Beliebtes Freibad in deutscher Großstadt bleibt länger geschlossen

Das Schwimmbecken des Freibads ist in Benutzung. Die Gäste schwimmen in den Bahnen, während ein Bademeister an der Seite steht. Im Hintergrund befinden sich eine weitere Schwimmlandschaft, ein Nichtschwimmerbecken und eine Dusche.
Symbolbild © imago/Panama Pictures

Schlechte Nachrichten für Badegäste: Ein beliebtes Freibad bleibt länger geschlossen. Nach den Folgen eines Starkregens laufen umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten – die geplante Wiedereröffnung steht noch unter Vorbehalt.

Nach dem Unwetter bleibt ein beliebtes Freibad länger dicht. Was hinter der Sperrung steckt, warum der Termin noch wackelt und weshalb viele Bäder in Deutschland kämpfen.

Abwasser gelangte ins Becken

Viele Freibad-Fans hatten gehofft, schnell wieder ins Wasser zu können. Doch daraus wird vorerst nichts: Das Freibad Wellinghofen in Dortmund bleibt nach dem Starkregen Ende Mai länger geschlossen. Nun gibt es zwar einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung – sicher ist dieser aber noch nicht. Nach Angaben der Sportwelt Dortmund soll das Bad am Dienstag, dem 9. Juni, wieder öffnen, wenn alle Arbeiten planmäßig verlaufen. Der Haken: Erst Laboruntersuchungen müssen grünes Licht geben.

Auslöser der Schließung war der Starkregen vom 29. Mai. Wie ein Sprecher des Revierparks Wischlingen mitteilte, führte ein Rückstau in der Kanalisation dazu, dass Abwasser über die Verrohrung in das Schwimmbecken gedrückt wurde. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes musste das Freibad sofort schließen. Die Folgen sind aufwendig: Das gesamte Becken wird entleert, gereinigt, desinfiziert und anschließend neu befüllt. Ein Großteil des Wassers wurde bereits abgelassen. Die Neubefüllung dauert voraussichtlich anderthalb bis zwei Tage. Doch damit ist die Arbeit noch nicht getan. Erst wenn Laborproben bestätigen, dass die Wasserqualität den Anforderungen entspricht, darf das Bad wieder Gäste empfangen. Deshalb steht der 9. Juni ausdrücklich unter Vorbehalt.

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Freibäder stehen unter Druck

Der Fall in Dortmund trifft auf eine ohnehin angespannte Situation. Laut dem offiziellen Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen gab es im Jahr 2000 bundesweit noch rund 7.800 Schwimmbäder. Im Jahr 2025 waren davon nur noch etwa 6.000 übrig. Die DLRG warnt seit Jahren vor einem weiteren Bädersterben. Ohne umfassende Sanierungen könnten in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Anlagen verschwinden. Nach Einschätzung der Organisation könnte langfristig jedes siebte Bad betroffen sein.

Gleichzeitig wird über strengere Regeln für junge Badegäste diskutiert, denn viele Kinder und Jugendliche können nicht sicher schwimmen. Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister schlägt vor, dass unter 16-Jährige ohne Bronze-Abzeichen Freibäder nur noch in Begleitung eines Elternteils betreten dürfen. Mehrere Freibäder in Nordrhein-Westfalen haben ähnliche Regelungen bereits eingeführt.

(Quellen: Sportwelt Dortmund, Revierpark Wischlingen, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)