
Nach drei Jahrzehnten ist eine Solar-Firma nun insolvent. Damit zeigt sich jedoch einmal mehr, wo die Probleme liegen und dass in der Vergangenheit einiges versäumt wurde.
Die Solarbranche steckt seit einiger Zeit in der Krise. Dies merken auch die Unternehmen. Nun ist eine weitere Solar-Firma insolvent. Nach dreißig Jahren muss der Inhaber aufgeben.
Nächste Branche in der Krise: Immer mehr Unternehmen gehen pleite
In den Jahren 2022 und 2023 erlebte die Solarbranche einen echten Boom. Sogar Discounter wie Lidl und Aldi boten auf einmal Balkonkraftwerke an, eine erschwingliche Alternative zu den großen, auf dem Dach installierten Solaranlagen. So konnte man auch als Bürger mit weniger Geld etwas für die Umwelt tun. Dies war zumindest der Gedanke dahinter.
Die aktuelle Situation sieht jedoch komplett anders aus. Das Interesse an solchen Anlagen geht zurück. Und nicht nur im Privatkunden-Bereich. Auch Gewerbekunden wollen solche großen Investitionen in einer so unsicheren Wirtschaftslage nicht mehr tätigen. Das treibt die Solarunternehmen in eine tiefe Krise und letzten Endes auch in die Pleite.
Solar-Firma ist insolvent: Betreiber muss nach dreißig Jahren aufgeben
Vor rund 30 Jahren nutzte Gerhard Holderried mit seiner GeHo GmbH die Chance und etablierte sich auf dem Markt rund um Solaranlagen. Auch er profitierte von der günstigen Lage in den Jahren 2022 und 2023 und baute vor drei Jahren sogar in der Donaustraße in Mengen ein neues dreistöckiges Firmengebäude. Hier empfing er seine Kunden in einem Showroom und zeigte ihnen, was alles möglich ist. Nun ist er in seinem Neubau alleine und musste Insolvenz anmelden.
In der Branche ist er damit jedoch nicht allein. Schon in diesem Jahr meldeten bis April 2026 20 Unternehmen Insolvenz an. Und Experten rechnen mit noch mehr Insolvenzen in diesem Bereich. Denn die Menschen interessieren sich derzeit nicht mehr für eine Anlage. Denn an privat eingespeistem Strom mangelt es nicht. Im Gegenteil: Es gibt einen deutlichen Überschuss. Somit sank auch der Betrag, den man für eine Kilowattstunde bekam, deutlich. Inzwischen gibt es für eine kWh nur noch 6,7 Cent. Laut Gerhard Holderried halten sich auch die Gewerbekunden zurück. Angesichts der schwierigen Lage und da viele selbst kurz vor der Insolvenz stehen und Mitarbeiter entlassen müssen, sei das Geld für eine solch hohe Investition einfach nicht da.
(Quellen: Schwäbische Zeitung, Bundesverband Solarwirtschaft, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














