Brutstätten steigen: Gefährlicher Virus erstmals nachgewiesen

Eine Mücke in der Großaufnahme ist auf der Darstellung eines Erregers oder Virus zu sehen. Die Umgebung sieht aus wie eine Mikroskopaufnahme eines Blutkörperchens oder einer Zelle. Es verdeutlicht die Krankheiten, die durch Mückenstiche entstehen und sich ausbreiten können.
Symbolbild © istockphoto/nopparit

Eine Meldung ist im Umlauf, die für alle, die auf ihre Gesundheit Acht geben, relevant sein sollte. Brutstätten im deutschsprachigen Gebiet steigen und ein gefährlicher Virus bekommt dadurch neuen Halt.

Viele extrem tödliche Krankheiten sind in unseren nördlichen Breitengraden zum Glück nicht heimisch. Doch ein gefährlicher Virus erreicht immer häufiger durch Brutstätten auch deutschsprachige Gefilde.

Ein ungewöhnlicher Fund sorgt bei Forschern für Aufmerksamkeit

Stechmücken gelten in vielen Regionen der Welt als Überträger gefährlicher Krankheiten. In Europa war das Risiko bislang deutlich geringer. Doch ein aktueller Fund aus der Schweiz zeigt, dass sich die Situation langsam verändern könnte. Im Kanton Basel-Stadt entdeckten Fachleute bei einer Untersuchung gefangener Tigermücken erstmals das Dengue-Virus. Damit handelt es sich um den ersten bekannten Nachweis dieser Art in Stechmücken nördlich der Alpen. Der Fund stammt aus einer Probe eines Monitoringprogramms, das die Ausbreitung invasiver Mückenarten untersucht.

Die betroffenen Insekten gehören zur Gattung Aedes, zu der auch die Asiatische Tigermücke zählt. Und genau diese Art breitet sich seit Jahren in Europa aus und gilt als potenzieller Überträger mehrerer Viruserkrankungen. Allerdings betonen Experten auch, dass der Nachweis unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas ein eher seltenes Ereignis darstellt. Und so müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit eine tatsächliche Übertragung auf Menschen ermöglicht wird.

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Dengue-Virus in einem bestimmten Insekt: So groß ist die Gefahr wirklich

Trotz des Nachweises schätzen Gesundheitsbehörden das Risiko einer Ansteckung derzeit als gering ein. Für eine Übertragung müssen mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein. Zunächst müsste eine Tigermücke das Virus von einer bereits infizierten Person aufnehmen. Das könnte etwa bei Reisenden passieren, die sich in tropischen Regionen angesteckt haben. Und erst danach wäre eine Weitergabe an andere Menschen möglich. Ein zusätzlicher entscheidender Faktor ist dann auch die Temperatur. Relativ hohe Temperaturen müssen für die Vermehrung der Mücken vorherrschen.

Deshalb beschränkt sich ein eventuelles Übertragungsfenster in Mitteleuropa auf die heißen Sommermonate. Im Jahr 2024 fingen Forscher in Basel insgesamt 1628 Stechmücken. Nur etwa zwei Prozent davon gehörten zur Gattung Aedes. In den untersuchten Proben tauchte das Dengue-Virus lediglich einmal auf. Die Untersuchungen zeigten, dass bei Kontrollen von Freizeitgärten Behörden zahlreiche Brutstätten für Tigermücken entdeckten. In mehreren Anlagen fanden Inspektoren größere Ansammlungen von Wasserbehältern, in denen sich die Insekten vermehren können.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Kantonales Labor Basel-Stadt, BAG, sda)