Bürger sind verunsichert: 2026 wird die Uhr früher umgestellt

Eine Uhr mit hellem Zifferblatt, auf dem neben Zahlen auch Symbole wie eine Schneeflocke und eine Sonne zu sehen sind. Die Zeiger stehen nahe bei zwölf.
Symbolbild © imago/Christian Ohde

Die nächste Zeitumstellung kommt schneller als gedacht: 2026 wird die Uhr früher umgestellt als im Jahr davor. Warum das so ist, sorgt bei vielen Bürgern für Verwirrung.

Viele haben es schon geahnt – und trotzdem trifft es überraschend: Die nächste Zeitumstellung sorgt für Gesprächsstoff. Warum sie 2026 früher kommt, erklärt sich erst auf den zweiten Blick.

Warum der Termin jedes Jahr wandert

Die Zeitumstellung gehört für viele zum Jahresrhythmus. Und doch sorgt sie jedes Jahr aufs Neue für Stirnrunzeln. Dabei steckt hinter dem scheinbaren Durcheinander eine feste Regel. Der Grund für die Verunsicherung liegt nicht in spontanen Beschlüssen oder geheimen EU-Entscheidungen. Vielmehr folgt die Zeitumstellung einem simplen Prinzip, das allerdings leicht in Vergessenheit gerät: In Deutschland und allen EU-Staaten wird die Uhr immer am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit umgestellt. Im Herbst gilt dasselbe Prinzip mit dem letzten Sonntag im Oktober. Was einfach klingt, hat einen Haken: Der letzte Sonntag liegt mal früher, mal später im Kalender.

Genau deshalb verschiebt sich das Datum von Jahr zu Jahr – und sorgt regelmäßig für Verwirrung. Mal ist es Ende März, mal rutscht die Umstellung ein Stück nach vorne. 2026 erfolgt die Umstellung auf Sommerzeit in der Nacht auf Sonntag, den 29. März. Im Jahr zuvor war es noch der 30. März. Umgestellt wird wie gewohnt nachts: Um 2 Uhr springt die Uhr auf 3 Uhr. Eine Stunde Schlaf geht verloren, dafür bleiben die Abende länger hell.

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Merkhilfen, Kritik und der Blick ins Ausland

Damit wenigstens das „Vor oder zurück?“ nicht jedes Mal neu gelernt werden muss, helfen Eselsbrücken. Besonders beliebt: „Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst stellt man sie zurück.“ Einfach, einprägsam – und rettet manchen Morgen. Während in Deutschland weiterhin zweimal im Jahr an der Uhr gedreht wird, haben andere Länder längst Schluss gemacht. Island verzichtet beispielsweise komplett auf die Zeitumstellung, ebenso Russland, die Türkei und Belarus. In Grönland gilt seit 2023 ganzjährig dieselbe Zeit – mit einer kuriosen Ausnahme: Der US-Militärstützpunkt Thule stellt weiterhin um. Marokko bleibt meist bei der Sommerzeit, unterbricht sie jedoch während des Fastenmonats Ramadan.

Auch in der Europäischen Union ist das Thema ein Dauerbrenner. Zwar stimmte das EU-Parlament bereits 2019 für eine Abschaffung der Zeitumstellung, doch bis heute fehlt eine Einigung. Der Streitpunkt: dauerhafte Sommerzeit oder Winterzeit? In Deutschland gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Die einen lieben die langen Sommerabende, die anderen klagen über Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall. Der ursprünglich erhoffte Energiespareffekt gilt inzwischen als minimal.

(Quellen: Physikalisch-Technische Bundesanstalt, EU-Zeitumstellungsregel, Bundesinnenministerium)