Bürgerkonto: Neue Pflicht für alle Deutschen kommt ab 2028

Frauen an Geldautomaten in einer Bank. Sie stehen jede an einem eigenen Automaten, tippen ihre Pin ein und warten auf die Geldbewegung oder Auszahlung. Die Filiale ist neu und hell beleuchtet. Viele heben ihre Zuschüsse genau am Auszahlungstermin ab.
Symbolbild © istockphoto/guruXOOX

Das digitale Bürgerkonto soll zur neuen Pflicht werden. Doch die Pläne der Regierung stoßen nicht bei allen Bürgern auf Zustimmung. Was hinter der geplanten Änderung für Behördengänge in Deutschland steckt ‒ und wie Menschen jetzt darauf reagieren.

Schon ab 2028 soll diese geplante Neuerung zur Realität im Alltag der Bürger werden. Sie bietet Vorteile, löst allerdings auch Kritik aus.

Neue Pflicht kommt: Bürgerkonto für Menschen in Deutschland

Die Bürokratiekosten in der Wirtschaft sind hoch. Deshalb sollen diese in den nächsten Jahren deutlich reduziert werden ‒ um etwa 16 Milliarden Euro. Und auch sonst hat die Bundesregierung ambitionierte Pläne. Insgesamt soll der Staat moderner und somit digitaler werden. Für Bürger bedeutet das, dass viele Behördenangelegenheiten künftig auch online erledigt werden können ‒ und sogar mit einer neuen Pflicht einhergehen, die jedoch offenbar nicht jedem schmeckt, wie Reaktionen aus den sozialen Medien zeigen.

Kritik: So reagieren Bürger auf die Pläne

Die Regierung sieht im Rahmen der Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland ein verpflichtendes Bürgerkonto vor. „Und dann kommt der Polizeistaat“, schreibt ein Instagram-Nutzer dazu. „Da bekommen manche Menschen Probleme mit, weil sie nicht digital unterwegs sind“, heißt es auch. Neben Kritik gibt es allerdings auch Zustimmung. „Mega praktisch“, kommentiert eine Person die Meldung. Die Idee: Das digitale Bürgerkonto soll Behördengänge insgesamt vereinfachen und effizienter gestalten. Mit dem Zugriff auf die digitalen Verwaltungsleistungen könnten persönliche Termine zunehmend entfallen. Außerdem würde man wichtige Unterlagen und Daten einmalig hochladen, auf die behördenübergreifend zugegriffen werden kann.

Lesen Sie auch
Traurig: Deutsche Kult-Firma nach halben Jahrhundert insolvent

Dass die Idee nicht neu ist, zeigt im Übrigen ein bereits bestehendes Konzept namens BundID. Dabei handelt es sich um ein Nutzerkonto, das Bürger schon heute für digitale Behördengänge verwenden können. Die Identifikation läuft über die Online-Ausweisfunktion (eID). Außerdem besteht die Möglichkeit, das eigene ELSTER-Zertifikat zu nutzen, um sich auszuweisen. Bislang wird der Service jedoch nur von einem Teil der Bundesbürger in Anspruch genommen. 2025 nutzten knapp fünf Millionen BundID. Eine verpflichtende Einführung des Bürgerkontos ist nach aktuellem Stand ab 2028 vorgesehen.

(Quellen: Koalitionsvertrag, CHIP, Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)