Bundesamt: „Bisher noch keine Corona-Pleitewellen in Deutschland“

Eine befürchtete Pleitewelle hat Deutschland offenbar noch verschont. Bislang steht die Wirtschaft auf recht stabilen Beinen.

Bisher zeichnet sich noch keine Pleitewelle in Deutschland ab. Aufgrund der Pandemie könnte die Zahl der Unternehmenspleiten allerdings noch steigen.

Große Angst vor Insolvenzwelle

Aufgrund der pandemischen Lage war die Sorge groß. Denn niemand konnte voraussagen, ob sich eine große Pleitewelle der Unternehmen durch Deutschland ziehen würde. Staatliche Hilfen und auch Ausnahmeregelungen haben hier aber viel abgefangen offenbar. Doch längst konnte nicht jeder Konkurs abgefedert werden.

Auch heute noch gibt es viele Unternehmen die bang in die Zukunft blicken. Und dennoch bestätigen Experten, dass auch das zweite Jahr der Pandemie bislang keine Pleitewelle mit sich bringt. Von Januar 2021 bis Oktober 2021 haben 11.738 Unternehmen bei den Amtsgerichten Insolvenz angemeldet. Dies entspricht 13,5 Prozent weniger Insolvenzen als im Vorjahr.

Die Zahlen könnten steigen

Es könnte laut Experten allerdings dazu kommen, dass die Zahlen in diesem Jahr weiter steigen können. Die Sorgen in der Wirtschaft sind daher berechtigter Weise recht groß. Aktuell sieht die ganze Unternehmerschaft in eine sehr unsichere Zukunft. Niemand kann voraussagen, wann die Pandemie beendet wird, und wann es wieder mit Normalität voran gehen kann.

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Die Einschränkungen durch das Corona-Virus, welche ein großes Ausmaß angenommen haben, sorgen für verminderte Kaufkraft. Tatsächlich gibt es aber etwas „Besonders“ zu vermerken, das vor der Pandemie so nicht stattgefunden hatte. Wir beobachten, dass es in vielen Fällen gar nicht mehr zur Restrukturierungsphase kommt. Unternehmen in der Krise werden oft schon vorher verkauft oder fusionieren beziehungsweise werden von anderen Unternehmen übernommen“, erklärte der VID-Vorsitzende Christoph Niering.

Viele Unternehmen haben es schwer

Trotz der Zahlen in den Statistiken klagen viele Unternehmen. Wer schon vor der Pandemie wirtschaftlich in einer Schräglage war, der wird es jetzt noch schwerer haben. In diesem Jahr rechnen die Experten aus einem gewichtigen Grund mit dem erneuten Anstieg der Insolvenzen. Die Pflicht zum Insolvenzantrag war bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt worden.

Ab dem 1. Mai 2021 jedoch gilt diese Antragspflicht wieder in gewohntem Umfang. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Insolvenzen wieder ansteigen werden. Einzelne Ausnahmen gibt es noch bis 31. Januar 2022. Diese gelten für Betriebe, die im Sommer 2021 aufgrund von Überflutungen und Starkregen zu Schaden gekommen sind.