Bundesregierung kürzt Wohngeld: Jeder Dritte könnte leer ausgehen

Geldscheine auf einer Heizung. Das Thermostat ist aufgedreht und die Heizung angeschaltet. So entstehen jeden Monat Nebenkosten, die am Ende des Jahres in einer Abrechnung erscheinen.
Symbolbild © istockphoto/gopixa

Das Wohngeld soll Menschen mit kleinen Einkommen bei hohen Wohnkosten entlasten. Doch ausgerechnet hier plant die Bundesregierung Änderungen. Für einen Teil der Empfänger könnte das weniger Geld bedeuten – einige Haushalte könnten ihren Anspruch sogar komplett verlieren.

Millionen Menschen kämpfen mit hohen Mieten und Nebenkosten. Das Wohngeld soll genau diese Haushalte unterstützen, wenn ihr Einkommen für die Wohnkosten kaum reicht. Nun will die Bundesregierung die Regeln verändern. Im Mittelpunkt steht dabei die Heizkostenkomponente, die seit der Wohngeldreform 2023 ein fester Bestandteil der Berechnung ist.

Behörden rechnen neu: Wohngeld vor drastischen Einschnitten

Die Bundesregierung plant, diese Heizkostenkomponente zum 1. Januar 2027 zu halbieren. Bislang berücksichtigt die Wohngeldberechnung je nach Haushaltsgröße einen pauschalen Betrag für die Heizkosten. Für einen Ein-Personen-Haushalt sind das beispielsweise 110,40 Euro im Monat. Bei zwei Personen steigt der Betrag auf 142,60 Euro, bei vier Personen auf 197,80 Euro. Die geplante Änderung würde diese Werte halbieren. Damit sinkt die Grundlage, auf der die Behörden das Wohngeld berechnen. Betroffene bekommen also nicht automatisch exakt die Hälfte ihres bisherigen Wohngeldes. Die neue Berechnung kann aber den monatlichen Zuschuss reduzieren.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt. Das Statistische Bundesamt zählte Ende 2024 rund 1,2 Millionen Haushalte mit Wohngeldbezug. Dazu gehören Rentner, Familien, Alleinerziehende und Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen. Gleichzeitig bleiben Wohn- und Energiekosten für viele Haushalte eine erhebliche Belastung. Die Bundesregierung begründet die geplante Kürzung damit, dass sich die Energiepreise seit der Einführung der Heizkostenkomponente wieder verändert haben. Die Unterstützung entstand ursprünglich als Reaktion auf die stark gestiegenen Heizkosten. Mit der Halbierung will der Bund nun Ausgaben reduzieren. Wie stark einzelne Haushalte tatsächlich verlieren, hängt allerdings von Einkommen, Miethöhe, Haushaltsgröße und Wohnort ab.

Lesen Sie auch
Tödliches Virus breitet sich weiter aus – bereits über 3.000 Tote

Wohngeld neu berechnen – jeder Dritte könnte leer ausgehen

Noch ist die Änderung nicht endgültig beschlossen. Sie gehört zu den geplanten Anpassungen für den Bundeshaushalt 2027 und muss das weitere Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Deshalb steht auch noch nicht fest, wie viele Wohngeldempfänger am Ende tatsächlich ihren Anspruch verlieren. Betroffene sollten dennoch genau hinschauen, sobald die endgültigen Regeln feststehen. Das Wohngeld wird individuell berechnet. Schon vergleichsweise kleine Veränderungen können deshalb entscheiden, ob ein Haushalt weiterhin Unterstützung erhält und wie hoch diese ausfällt. Klar ist bislang vor allem eines: Kommt die Halbierung wie geplant, fällt die staatliche Entlastung bei den Heizkosten ab 2027 deutlich kleiner aus.

(Quellen: Bundesregierung, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Deutscher Bundestag)