Corona-Infektionen steigen durch Feiern in Baden-Württemberg

Symbolbild

Karlsruhe-Insider (dpa/lsw) – Nach zahlreichen Corona-Infektionen rücken private Feiern in den Fokus der Behörden im Südwesten.

Ein Großteil der Infektionen sei mittlerweile auf solche Feiern zurückzuführen, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag auf Anfrage mitteilte.

Reiserückkehrer machten nur noch etwa ein Drittel der Neuinfektionen aus. Den Angaben nach sind derzeit ungefähr 4043 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Im Land waren in den vergangenen Tagen Dutzende Infektionen nach Feiern bekanntgeworden. So wurden etwa nach einer Geburtstagsfeier in einem Stadtteil von Schwäbisch Hall 14 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Davon hatten acht an der Party teilgenommen. Bislang seien 48 Feiernde getestet worden. Einzelne Abstriche von
Partygästen und Kontaktpersonen stehen noch aus.

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An der Party im Stadtteil Sulzdorf hatten den Angaben nach am 5. September mindestens 70 Menschen teilgenommen. Dem Gesundheitsamt liege eine Anwesenheitsliste vor. Womöglich waren aber Gäste auf der Feier, die nicht auf der Liste stehen. Laut Corona-Verordnung sind private Feiern mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt.

Einen ähnlichen Fall gibt es derzeit im Kreis Reutlingen. Ebenfalls nach einer Geburtstagsfeier sind bislang 25 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Betroffen sind acht Schulen und vier Fußballvereine. Weitere Fälle gebe es in Unternehmen. An der Party in Dettingen am Rand der Schwäbischen Alb hatten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen.

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Auch im Rems-Murr-Kreis gab es mindestens acht Corona-Infizierte nach einer Familienfeier. Wie im Kreis Schwäbisch Hall waren auch hier Schulen betroffen. Mehrere Klassen mussten in Quarantäne.

Auf privaten Feiern ist die Gefahr einer Ansteckung dem Ministerium zufolge deutlich höher als im Supermarkt oder in Restaurants. Auf solchen Festen kämen viele Menschen zusammen, es fließe Alkohol, und oft gehe es feucht-fröhlich zu. Der Spagat zwischen privaten Feiern und der Gefahr einer Ansteckung sollte allen bewusst sein, so die Sprecherin. «Wir sind mitten in der Pandemie, sie ist nicht vorbei.»

Die grün-schwarze Landesregierung hatte in der vergangenen Woche ein dreistufiges Alarm-System vorgestellt. So soll ein landesweiter Lockdown verhindert werden. Jede Stufe sieht schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor. Entscheidend für
die Einstufung ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz. Sie zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner.

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Die Corona-Zahlen in den betroffenen Landkreisen sind den Angaben nach zwar gestiegen, bewegen sich aber noch unter der kritischen Schwelle. Bislang haben sich im Land mindestens 47 345 Menschen infiziert. 1871 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus.