Die größte Demonstration für queere Rechte
Der Christopher Street Day erinnert an den Widerstand queerer Menschen gegen Polizeigewalt in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. Heute zählt der CSD jedoch zu den größten Demonstrationen für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen. In vielen deutschen Städten ziehen jedes Jahr Hunderttausende Teilnehmer durch die Straßen. Dabei protestieren sie gegen Diskriminierung, machen auf Gewalt gegen queere Menschen aufmerksam und fordern zugleich politische Gleichstellung. Gleichzeitig prägen Musik, Kultur und öffentliche Veranstaltungen den Charakter des CSD.
Merz-Regierung verhindert Regenbogenflagge am Bundestag
Vor einem Jahr entschied Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Regenbogenflagge zum Berliner CSD nicht auf dem Reichstagsgebäude zu hissen. Damit beendete sie eine noch junge Praxis, die viele als Ausdruck staatlicher Solidarität mit queeren Menschen verstanden. Zudem erhielt sie damals Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er verteidigte die Entscheidung mit der Bemerkung, der Bundestag sei „kein Zirkuszelt“. Klöckner hält auch heute an ihrem Kurs fest. Die Flagge soll weiterhin nur am 17. Mai wehen.
An diesem Datum erinnert der Bundestag an die Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz im Jahr 2002 und zugleich an den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Auch innerhalb der Bundesregierung herrscht keine einheitliche Linie beim Umgang mit der Regenbogenflagge. Einige Ministerien setzen weiterhin eigene Zeichen zum Berliner CSD, andere beschränken die Beflaggung auf den 17. Mai. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf das Bundesinnenministerium. Das Haus legte 2025 fest, dass Ministerien die Flagge grundsätzlich nur einmal pro Jahr hissen sollen.
(Quellen: Bundestag, Bundesregierung, CDU, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)