Demo eskaliert völlig – Polizisten mit Metallkugeln beschossen

Auf einer großen Straße mit Brücke im Hintergrund formieren sich Tausende Menschen, die bei einer Kundgebung oder einer Demo zugegen sind. Sie drücken ihre Wut und ihren Missmut über die Umstände aus.
Symbolbild © imago/ZUMA Press Wire

Die Demo in Köln gegen die Rüstungsindustrie eskaliert so sehr, dass Polizisten sogar mit Metallkugeln beschossen wurden. Die Beamten haben den Menschenzug sogar mehrmals unterbrochen. Sogar Pyrotechnik haben die Demonstranten eingesetzt.

Am vergangenen Samstag fand eine Demonstration gegen die Rüstungsindustrie mit mehreren Tausend Menschen statt. Diese eskalierte in dem Moment, als Polizisten beschossen wurden.

Demonstration in Köln: Tausende Menschen setzen ein Zeichen

Am ersten Septemberwochenende 2026 kam es in Köln zu mehreren Großdemonstrationen mit massiven Polizeieinsätzen. Im Fokus stand das mehrtägige Antikriegs-Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen“ im inneren Grüngürtel. Am Nachmittag des 5. Septembers zogen schätzungsweise 3.000 Demonstrierende vom Hauptbahnhof aus durch die Innenstadt. Angemeldet waren nur 400 Personen. In den ersten Septembertagen vor dem Wochenende kam es schon zu einigen Aktionen. So blockierten Aktivisten unangekündigt die Zufahrt zur Lüttich-Kaserne in Köln-Longerich, woraufhin die Polizei die Versammlung auflöste. Unter dem Motto „Langer Marsch für Freiheit und Demokratie“ demonstrierten Hunderte Menschen am vergangenen Freitag im Zusammenhang mit der kurdischen Bewegung friedlich vom Hauptbahnhof über die Ringe und das Rheinufer. Dies führte zu temporären Sperrungen in der Innenstadt.

Polizisten mit Metallkugeln beschossen: Demonstration eskaliert und sorgt für zahlreiche Einsätze

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Beim Zug durch die Innenstadt kam es am Samstag immer wieder zu Gesetzesüberschreitungen. Einige Gruppierungen waren vermummt und bewarfen während des Zuges ein Bankgebäude mit Farbe. Andere zündeten Pyrotechnik. Die Polizei setzte massive Kräfte und Wasserwerfer ein. Der Zug wurde gestoppt und aggressive Gruppen wurden gezielt eingekesselt, während ein anderer Teil friedlich weiterziehen konnte. Die Abschlusskundgebung fand am Abend am Protestcamp statt.

Während des Protestzugs attackierten vermummte Demonstrierende die Polizei zunächst mit Schlägen, Tritten und Löschmitteln aus Feuerlöschern. Daraufhin setzte die Polizei eine Gruppierung von rund 300 Teilnehmern im Bereich der Magnusstraße fest, um deren Identitäten festzustellen. Aus dieser umschlossenen Gruppe heraus begannen mehrere Vermummte, die Beamten gezielt mit Stahlkugeln zu beschießen. Die Metallprojektile beschädigten die Helme der Einsatzkräfte und wurden teilweise in den Uniformteilen der Polizisten sichergestellt. Zudem wurde versucht, einem Beamten die Dienstwaffe sowie den Einsatzmehrzweckstock zu entreißen. Insgesamt erlitten elf Polizistinnen und Polizisten Verletzungen. Ein Beamter war nach dem Vorfall nicht mehr dienstfähig. Die Polizei Köln leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.

(Quellen: Polizei Köln, dpa)