Der Stadt entfliehen: Die schönsten Parks und Grünanlagen in und um Karlsruhe

(symbolbild) Foto von Martin Dürrschnabel [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Städte, vor allem größere wie Karlsruhe, werden von vielen Menschen mit Beton, Lärm und Stress assoziiert. Auch, wenn Beton angeblich neue Pflanzenarten und Spezies in der Stadt fördert, fehlt hier doch ein richtiges Naturerlebnis.

Frische Luft, die grüne Farbe der Bäume, Sträucher und Wiesen, das Singen der Vögel – all diese Dinge helfen beim Stressabbau.

Viele Karlsruher sehnen sich deshalb nach Abwechslung von den Betonfassaden und der
Möglichkeit, in der Natur zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Wer nicht seinen eigenen kleinen Garten hinter dem Haus hat, dennoch aber am liebsten im Grünen entspannt, wohnt in Karlsruhe genau richtig.

Von den etwa 173,46 Quadratkilometern Stadtfläche zählt Karlsruhe mehr als 900 Hektar Grünfläche. Dazu zählen öffentliche Parks, grüne Plätze sowie Grünanlagen. Kleingärten, Sportanlagen sowie Friedhöfe sind in diese Zahl noch nicht einmal einberechnet. Somit wird Karlsruhe gerne auch als die „grüne Stadt“ bezeichnet und hat in Sachen Naherholungsgebiete vielen deutschen Städten mit vergleichbarer Größe eine Menge voraus. Die Lebensqualität in Karlsruhe befindet sich auf einem Maximum und viele Bürgerinnen sowie Bürger loben vor allem den grünen „Freiraum“ in Karlsruhe sowie die Möglichkeit zu Spaziergängen oder zur Entspannung im Grünen, ohne weite Fahrtwege auf sich nehmen oder die Stadt verlassen zu müssen. Zudem gilt die „grüne Stadt“ als besonders kinderfreundlich, denn in die Grünanlagen sind natürlich auch zahlreiche
Spielplätze integriert.

Schlossgarten: Der grüne Mittelpunkt von Karlsruhe

Die wohl bekannteste Grünfläche in der Region Karlsruhe dürfte der Schlossgarten sein. Er
umringt das Schloss in Richtung Hardtwald und besticht die Besucher mit einem sorgfältig
angelegten und sagenhaft bunten Botanischen Garten im Westen. Im Osten wird der
Schlossgarten durch den Fasanengarten begrenzt und im Mittelpunkt steht nach wie vor der
französische Barockgarten, welcher in den Jahren 1731 bis 1746 vom Großherzog Karl
Friedrich angelegt wurde. Mittlerweile wurde dieser jedoch nach englischem Vorbild
umgestaltet und im Zuge der Bundesgartenschau 1967 erneuert sowie weiterentwickelt. So
ergibt sich eine interessante Mischung aus Barock und Moderne, Brunnen, Denkmälern,
Grünflächen sowie Seen aus unterschiedlichen Epochen sowie mit verschiedenen Stilen.

Egal also, ob die Besucher sich für die Geschichte des Schlosses und seines Gartens
interessieren oder hier nur entspannten möchten: Der Schlosspark ist definitiv einen Besuch wert. In den Sommermonaten lockt er zudem durch zahlreiche Veranstaltungen wie
Bühnenshows oder Mittelaltermärkte.

Schlossplatz mit spannender Geschichte

Etwas kleiner, aber mindestens ebenso schön, ist der Schlossplatz in der Innenstadt von
Karlsruhe. Er diente bei der Stadtgründung im 17. und 18. Jahrhundert als botanischer Garten und beinhaltete vor allem Tulpen in verschiedenen Farben sowie Variationen. Erst später wurde der Garten als Schlossplatz mit direktem Zugang zum Schloss umfunktioniert und zählt mittlerweile zu den beliebtesten Gärten in Karlsruhe. Während er eine Zeit lang nur als Paradeplatz und später als schlichte Grünfläche diente, ist er mittlerweile wieder traditionell im barocken Stil gestaltet und beheimatet Bäume, Pflanzen und Blumen aus aller Welt. Zwischen den uralten Lindenreihen sprudelt der Najadenbrunnen und seitlich sind die „mythologischen Figuren“ des Bildhauers Lengelacker aus dem Jahr 1760 zu bestaunen.

Zoologischer Stadtgarten mit verschiedenen Themengärten

Der Zoologische Stadtgarten gilt als Kulturdenkmal der Stadt Karlsruhe und liegt nördlich des Hauptbahnhofs. Er erstreckt sich zwischen der Südwest- und der Südstadt und weist 22
Hektar Parkfläche auf. Er umfasst viele kleine Gärten mit unterschiedlichen Themengebieten wie den Japanischen Garten, den Rosengarten, den Waldstaudengarten oder den Heckengarten – um nur einige Beispiele zu nennen. Zu sehen sind dennoch bis heute die Ursprünge des Zoologischen Stadtgartens, welcher ursprünglich durch einen Aussichtsberg, einen Tierpark, Teiche sowie zahlreiche kleine Ausflugslokale geprägt war. Er verfügt weiterhin über den Seeufergarten und eine Seebühne sowie eine Menge Gastronomie und zahlreiche Kinderspielplätze. Somit stellt er nicht nur am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel für sämtliche Generationen dar.

Kolpingplatz als modernes städtisches Grün

Als Karlsruhe immer weiter gewachsen ist und sich somit die Wohnbebauung über ein
großes Gebiet ausgeweitet hat, wurde vermehrt darauf geachtet, den Beton durch
Grünflächen zu durchbrechen. Ein solches Beispiel ist der Kolpingplatz, welcher im Jahr 1911 als Karlsplatz angelegt und später umbenannt wurde. Er ist zwar deutlich kleiner als
beispielsweise der Schlossgarten oder andere Parks wie der Zoologische Stadtgarten, dafür
aber auch ruhiger und mit seinen bunten Sommerblumen ein beliebtes Naherholungsgebiet
für Karlsruher jeden Alters.

Südstadtgrünzug macht seinem Namen alle Ehre

Foto: Fotolia.com marcelheinzmann

Der Name mag wenig kreativ sein, doch beschreibt sich der Südstadtgrünzug treffend selbst. Er entstand durch die Baulücken aus dem Zweiten Weltkrieg und weist damit eine eigentlich traurige Geschichte auf. In den 60er und 70er Jahren wurde daraufhin beschlossen, den Freiraum im sonst so eng bebauten Gründerzeitviertel der Südstadt nicht neu zu bebauen, sondern als Grünstreifen zu gestalten. Er verbindet bis heute den östlichen Bereich mit dem Stadtgarten und bietet den Besuchern daher eine Menge Freiräume für Spaziergänge oder Touren quer durch das Grün der Stadt. Er dient als Spielplatz für Kinder, als Bolzplatz für Jugendliche, als Erholungsgebiet für Erwachsene sowie als Frischluftschneise für die Bewohner und gilt somit als besonders wichtig für die Luft- und Lebensqualität in Karlsruhe.

Günther-Klotz-Anlage aus den 70er und 80er Jahren

Als „Karlsruher Park des 20. Jahrhunderts“ gilt die noch vergleichsweise neue Günther-Klotz-Anlage. Sie erscheint deutlich moderner als die Stadtgärten sowie Parks aus den früheren Jahrhunderten und wurde in den 1970er bis 1980er Jahren angelegt. Rund 18 Hektar Grünfläche stehen den Besuchern hier für verschiedene Sportarten wie das Rudern auf dem See oder das Rodeln auf dem Aussichtshügel zur Verfügung. Neben Kinderspielplätzen sind zudem zahlreiche Liegewiesen sowie Spazierwege zu finden, was den Park gerade an Wochenenden gut besucht macht. Zwar steht der Freizeitwert hier im Fokus, dennoch sollte in der Günther-Klotz-Anlage die Natur nicht zu kurz kommen. So wurden weiterhin zahlreiche Trocken- und Feuchtbiotope angelegt, welche mittlerweile Pflanzen- und Tierarten von der roten Liste der bedrohten Arten ein Zuhause bieten. Somit gilt die Anlage als die meist genutzte Grünfläche von Karlsruhe mit zahlreichen Attraktionen für jedes Alter.

Fasanengarten mit Tierpark
Deutlich älter ist hingegen der Fasanengarten aus dem Jahr 1720. Dieser ist vor allem für
seinen Tierpark mit Hirschen und Rehen sowie seinen „Biberpark“ bekannt und somit eine
beliebte Anlaufstelle für Kinder und Tierliebhaber jeden Alters. Er besticht durch bewaldete
Flächen, eine Menge Teiche und die Möglichkeit zur Besichtigung von ehemaligen
Biberburgen und Wildschweinsuhlen.

Nottingham Anlage lockt Theaterfans und Kinder an
Die sogenannte Nottingham Anlage stammt aus dem Jahr 1977 und ist vor allem durch zwei Zielgruppen gut besucht: Einerseits laden zahlreiche Spieleinrichtungen Kinder aus der
ganzen Stadt zum Spielen ein, während die Eltern auf berankten Sitznischen, bei den Brunnen oder auf dem weitläufigen Rasen entspannen können. Andererseits liegt inmitten des Parks des Amphitheater mit einer offenen Halle im Freien sowie drei Kleintheatern. Vor allem in den Abendstunden wird die Nottingham Anlage so zu einem beliebten Treffpunkt für Theaterfans und kulturell Interessierte.

Kleiner Schlossgarten in Durlach
Wem der große Schlossgarten in der Karlsruher Innenstadt zu überlaufen ist, der findet im
kleinen Schlossgarten Durlach seine ersehnte Ruhe. Als im Jahr 1565 der Markgraf von
Pforzheim nach Durlach umzog, legte er sich dort einen Lustgarten an, welcher heutzutage
mit einer der ältesten Kastanienalleen deutschlandweit bekannt ist.

Albgrün zählt rund 20 Kilometer Länge
Quer durch die Günther-Klotz-Anlage und noch rund 20 Kilometer weiter zieht sich das
sogenannte Albgrün – und dieses macht seinem Namen alle Ehre. Es bietet weitläufige Rad- und Spazierwege und reicht bis über die Niederungen der Alb. Hier steht klar die Natur im Fokus und so gilt das Albgrün als eine der wichtigsten Linien im Biotopverbund.
Diese sind also die größten und beliebtesten, längst aber nicht die einzigen Grünflächen in
und um Karlsruhe. Wer nach Erholung in der Natur sucht, wird zudem auf dem Sonntagsplatz, im Nymphengarten, im Botanischen Garten sowie auf dem Friedrich- und Theaterplatz fündig. Karlsruhe macht seinem Titel als „Stadt im Grünen“ also definitiv alle Ehre und bietet Naturliebhabern viel Abwechslung zur Entspannung, Naherholung oder für sportliche Aktivitäten in den Parkanlagen sowie Gärten.