Deutsche Bäckerei verbannt nun Bargeld: Kunden sind fassungslos

Ein Regal in der Bäckerei mit frischen Backwaren. Auf mehreren Etagen findet man verschiedene Sorten von Brot und einige Panini. Ein Mitarbeiter befindet sich in der Bäckerei und bringt ein Schild an.
Symbolbild © istockphoto/koldo studio

Rund um Karten- oder Barzahlung herrschen in Deutschland seit Jahren rege Diskussionen aus Gastronomie- und Kundensicht. Nun verbannt aber eine deutsche Bäckerei das Bargeld komplett und sorgt damit für Fassungslosigkeit bei ihren Kunden.

Immer mehr Läden im Land verabschieden sich vom Bargeld und setzen nur noch auf Kartenzahlung. Nun schlägt diesen zweifelhaften Kurs auch eine deutsche Bäckerei ein und verbannt das Bargeld, ganz zur Überraschung der Kunden.

Wenn das Portemonnaie plötzlich überflüssig wird und fragende Gesichter vor dem Laden stehen

In Berlin-Mitte, nur einen Steinwurf vom Lützowplatz entfernt, macht eine Bäckerei das, was viele erst für die ferne Zukunft hielten: Sie verzichtet komplett auf Bargeld. Die Brotmeisterei Steinecke hat dort am 1. Juli in einer ihrer Filialen testweise den Schalter umgelegt. Seitdem heißt es: Zahlen nur noch mit Karte oder Smartphone.

Doch diese Umstellung ist kein Einzelfall. Neben der Hauptstadt laufen parallel auch in Braunschweig, Leipzig und Hannover ähnliche Versuche. Der Konzern will herausfinden, wie Kunden und Mitarbeitende auf die bargeldlose Praxis reagieren – und ob sich dadurch der Aufwand im Kassenbereich dauerhaft senken lässt. Weniger Fehler, keine Münzrollen mehr und kein tägliches Zählen – das klingt nach Entlastung für das Personal. Nicht ohne Grund: Laut einer Studie der Bundesbank bezahlen in Berlin inzwischen über 50 % der Menschen regelmäßig ohne Bargeld. Gleichzeitig betonen Experten, dass vor allem kleine Betriebe von Kartenzahlung profitieren – durch mehr Hygiene, schnellere Abläufe und geringeres Diebstahlrisiko. Bei der Berliner Handwerksbäckerei „Von Luck“ etwa nutzen bereits rund 35 % der Kunden digitale Zahlungsmethoden.

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Das sagen die Kunden – und was jetzt auf dem Spiel steht

Nach den ersten Tagen des Tests zeichnen sich klare Meinungen ab: Einige Kunden schätzen die Bequemlichkeit. Kein Kramen nach Cent-Stücken, keine Schlange an der Kasse. Für sie ist Kartenzahlung längst Standard. Doch es melden sich auch kritische Stimmen – etwa von einem Gärtner, der regelmäßig Kaffee für sich und seine Kollegen holt. Er findet: Das neue System ist zwar praktisch, aber Bargeld bedeute für ihn „Freiheit“.

Ein älteres Ehepaar aus Bonn, derzeit in Berlin zu Besuch, sieht es pragmatischer. In ihrer Heimat sei die Kartenzahlung ohnehin üblich, da sei die Umstellung kaum der Rede wert. Trotzdem betonen sie, dass man die Wahl haben sollte – denn nicht jeder sei mit Technik vertraut oder möchte jede Transaktion dokumentiert wissen. Auch Verbraucherschützer warnen: Wenn das Bargeld nach und nach verschwindet, droht eine stillschweigende Umstellung des ganzen Zahlungssystems. Besonders ältere oder technisch weniger affine Menschen könnten sich dadurch ausgegrenzt fühlen.