Deutsche Standorte wanken – Getränke-Riese steht vor dem Aus

Eine Bar wird mit rotem Licht ausgeleuchtet. Viele verschiedene Flaschen Alkohol stehen nebeneinander aufgereiht in den Regalen des Gastronomiebetriebs. Die Tequila-Bar ist beliebt bei ihren Gästen.
Symbolbild © imago/ 7aktuell

In Deutschland steht ein Getränke-Riese vor der Insolvenz. Immer mehr deutsche Standorte geraten ins Wanken und die Angestellten zittern um ihren sicher geglaubten Job. Jetzt geht es ans Eingemachte – der Hype scheint vorbei.

Der schottische Craft-Beer-Konzern BrewDog steht in Deutschland kurz vor dem Ende seines Geschäftsbetriebs. Die deutsche Tochter des internationalen Bierunternehmens hat beim Amtsgericht Berlin einen Insolvenzantrag angekündigt, nachdem bereits mehrere Standorte geschlossen wurden und die Biermarke in der Republik erhebliche wirtschaftliche Probleme hat. BrewDog war vor mehr als einem Jahrzehnt als rebellischer Craft-Beer-Pionier auf dem deutschen Markt gestartet und betrieb mehrere Bars und eine Brauerei in Berlin sowie in weiteren Städten.

In den vergangenen Wochen und Monaten häuften sich jedoch negative Nachrichten: Standorte in Berlin-Friedrichshain wurden bereits dichtgemacht, und auch die Bars in Mitte und Hamburg sollen folgen. Zudem sollen die drei verbliebenen Lokalitäten sowie die Produktion in der Berliner Brauerei geschlossen werden, sobald der Insolvenzantrag formal gestellt ist.

Belegschaft: Unsichere Zukunft für den Getränke-Riesen

Lesen Sie auch
Fürs Klima: Diese deutschen Städte schalten bald das Licht aus

Die Insolvenz betrifft nicht nur die Gastronomiebetriebe, sondern auch die vor Ort beschäftigten Mitarbeiter. Da BrewDog zahlungsunfähig ist, kommen die Löhne derzeit nicht regulär per Überweisung. Die Angestellten sollen stattdessen über die Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld erhalten. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wird das Verfahren begleiten. Die bestehenden Arbeitsverträge bleiben vorerst bestehen. Konkrete Gründe für die wirtschaftliche Schieflage wurden nicht genannt. Branchenbeobachter sehen darin jedoch eine Folge sinkender Nachfrage im Biermarkt, hoher Personal- und Rohstoffkosten sowie Schwierigkeiten bei der Positionierung der Marke in einem stark umkämpften Markt.

Der deutsche Biermarkt hat in den vergangenen Jahren einen Rückgang des Inlandsabsatzes erlebt. Gleichzeitig sehen sich internationale Marken mit dem starken Erbe klassischer deutscher Biersorten und veränderten Verbraucherpräferenzen konfrontiert. Diese Marktveränderungen wirken sich besonders stark auf Nischen- und Spezialanbieter aus, die bislang auf kreative Craft-Beer-Konzepte setzten. Ob ein Investor den Insolvenzantrag abwenden oder Teile des Geschäfts übernehmen kann, ist derzeit unklar.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Berliner Morgenpost)