Deutsche Traditionsmarke vor dem Aus – 2.300 Jobs betroffen

Ein weißer Briefumschlag, der auf einer hellbraunen Holzoberfläche liegt. Auf dem Umschlag befindet sich ein rechteckiger Stempel mit dem deutlich sichtbaren Wort "Kündigung".
Symbolbild © istockphoto/Thomas Nuehnen

Für zahlreiche Beschäftigte bleibt die Lage unsicher. Nach dem aktuellen Beschäftigungsbarometer des ifo Instituts wollen vor allem Industrie- und Handelsunternehmen ihre Belegschaften weiter verkleinern. Zwar hat sich die Stimmung zuletzt leicht verbessert, eine deutliche Trendwende erkennt das Institut jedoch noch nicht.

Firmenpleiten bleiben: Insolvenzen deutlich über Vorjahresniveau

Neben Stellenkürzungen belastet eine hohe Zahl von Firmenpleiten die deutsche Wirtschaft. Im Juni 2026 registrierten die Amtsgerichte 2.266 Unternehmensinsolvenzen und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Beschäftigte haben solche Verfahren oft direkte Folgen. Unternehmen bauen Stellen ab, schließen Standorte oder stellen ihren Betrieb vollständig ein. Dadurch verlieren jedes Jahr Zehntausende Menschen ihren Arbeitsplatz oder müssen zumindest um ihre berufliche Zukunft bangen. Besonders problematisch wird die Lage, wenn mehrere größere Arbeitgeber gleichzeitig in Schwierigkeiten geraten und ganze Regionen oder Branchen betroffen sind.

2.300 Jobs sind betroffen: Varta sucht Investoren

Die Pleitewelle trifft nicht nur einzelne Wirtschaftszweige. Im zweiten Quartal 2026 erreichten die Insolvenzzahlen in fast allen großen Branchen seit Beginn der eigenen Erhebungen neue Höchststände. Dazu gehörten unter anderem das Baugewerbe, der Handel, das Gastgewerbe, Dienstleistungen sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen. Insgesamt registrierte das Institut im zweiten Quartal 4.996 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften – so viele wie seit 21 Jahren nicht mehr. Rund 45.500 Arbeitsplätze waren in diesem Zeitraum von Insolvenzen betroffen. Auch beim Beschäftigungsausblick bleibt vor allem der Handel schwach, zudem planen viele Industriebetriebe weiterhin mit weniger Personal.

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Nun beginnt auch für vier Gesellschaften des Batterieherstellers Varta die nächste Phase der Sanierung. Das Amtsgericht Stuttgart eröffnete am 1. Oktober 2026 die Verfahren über die VARTA AG, VARTA Microbattery, VARTA Storage und VARTA Micro Production. Der Insolvenzverwalter will den Geschäftsbetrieb fortführen und den bereits laufenden Verkaufsprozess in den kommenden Monaten abschließen. Betroffen sind nach Angaben aus dem Verfahren mehrere Tausend Beschäftigte an den Standorten Ellwangen und Nördlingen. Der rechtlich eigenständige Bereich für Haushaltsbatterien gehört dagegen nicht zu den insolventen Gesellschaften. Ziel bleibt, Investoren zu finden und möglichst große Teile des Unternehmens fortzuführen.

(Quellen: Insolvenzverwaltung Anchor, Amtsgericht Stuttgart, Varta, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)