
Experten sehen die deutschen Weihnachtsmärkte in Gefahr, denn für viele Veranstalter ist die Sicherheit einfach zu teuer. Wenn dies so weiter geht, wird es wohl bald kaum noch Märkte in der Adventszeit geben.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Diskussionen um die Sicherheit, denn sie ist zwar notwendig, aber leider auch vielen Veranstaltern und Vereinen zu teuer geworden. Experten befürchten deshalb, dass es in den nächsten Jahren immer weniger Weihnachtsmärkte geben könnte.
Zahlreiche Weihnachtsmärkte abgesagt: „Lohnt sich einfach nicht mehr“
Vielen Menschen sind wohl die grausamen Bilder vom Magdeburger Weihnachtsmarkt in Erinnerung geblieben: Am 20. Dezember 2024 raste dort ein Mann mit einem Mietwagen in die Menschenmenge und tötete fünf Frauen sowie einen neunjährigen Jungen. Der Täter konnte ungehindert auf den Markt fahren, was dazu führte, dass die Städte und Gemeinden mittlerweile vermehrt um Sicherheitsmaßnahmen bemüht sind. So sollen mobile Poller und Terrorbarrieren das Einfahren mit einem Fahrzeug verhindern. Auch die Anzahl an Sicherheitskräften sowie Polizeibeamten haben die Behörden erhöht. Zudem müssen Lautsprecheranlagen installiert sein, damit die Besucher bei Gefahr sofort alarmiert werden.
So sicher sich die Menschen auch fühlen sollen, so teuer rechnen sich diese Maßnahmen. Zahlen müssen die Träger des Weihnachtsmarktes die Kosten selbst. Gerade für solche Märkte, die von Vereinen oder privaten Veranstaltern organisiert werden, sind solche Kosten jedoch nicht zu stemmen. Aus diesem Grund haben bereits einige Betreiber die Weihnachtsmärkte in verschiedenen Regionen abgesagt. Für sie lohnt sich eine solche Rechnung einfach nicht mehr.
Sicherheit ist zu teuer: Experten sehen für die Zukunft schwarz
Da in diesem Jahr auch die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen erneut gestiegen sind, rechnet der Veranstalter des Frankfurter Weihnachtsmarktes mit einem Minusgeschäft. Die Sicherheitskosten seien um das 300-Fache gestiegen, sodass die Einnahmen diese nicht mehr decken könnten. Man rechne zwar mit über zwei Millionen Besuchern. Dennoch übersteigt der Preis für die Sicherheit diesen Betrag bei Weitem.
Experten haben sich bereits zu diesem Thema geäußert. Zum einen fordern sie, dass sich Bund und Länder stärker an den Sicherheitskosten beteiligen sollten. Zum anderen wünsche man sich zwar, dass die Besucher sich sicher fühlen können, doch es gebe einfach keine Hinweise für eine bestehende Gefahr für Weihnachtsmärkte. Führe man diese Sicherheitsmaßnahmen fort, würden immer mehr Veranstalter nicht nur die Weihnachtsmärkte, sondern auch andere öffentliche kulturelle Veranstaltungen absagen, so die Experten. Sicherheitsmaßnahmen müsse es geben, aber man solle den Umfang an die örtlichen Gegebenheiten anpassen.
(Quellen: Gewerkschaft der Polizei, Bundesregierung, Tagesschau)














