Deutsches Chemiewerk gerettet – Hunderte Jobs bleiben erhalten

Eine große Industrieanlage bei Dämmerung oder frühem Abend. Es handelt sich um einen Chemie- oder Raffineriekomplex. Im Vordergrund sind beleuchtete Rohrleitungen zu sehen, zudem Türme und technische Anlagen.
Symbolbild © istockphoto/zhudifeng

Zeitlich wurde es ganz schön knapp: Ein deutsches Chemiewerk konnte gerettet werden. Der Betrieb stand bereits vor der Stilllegung, doch nun gibt es wieder neue Perspektiven. Auch für die Belegschaft sind das gute Nachrichten in schwierigen Zeiten.

Es ist eine überraschende Wendung, die wohl niemand mehr auf dem Schirm hatte. Kurz vor dem endgültigen Aus wird dieser Chemiegigant plötzlich doch noch gerettet.

Überraschende Wendung: Stilllegungspläne wieder gestrichen

Das Jahr 2025 war für die Chemiebranche belastend ‒ das dritte in Folge mit rückläufigen Umsätzen, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY berichtet. Doch das ist nicht alles: Auch die Beschäftigungszahlen gingen erneut zurück. Für 2026 rechnen Fachleute erneut mit einem Rückgang.

Die Gründe sind vielfältig. Dazu zählen insbesondere eine gesunkene Auftragslage in Deutschland und Europa und eine schwächelnde Wirtschaftslage. Hinzu kommt die internationale Konkurrenz, etwa aus China. Weil die Öl- und Gaspreise aufgrund des Iran-Konflikts in die Höhe geschossen sind, leidet die Industrie zusätzlich. Ende 2025 wurde auch die Insolvenz eines bekannten Chemiegiganten bekannt. Doch nun gibt es positive Entwicklungen.

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Deutsches Chemiewerk gerettet: Um dieses Unternehmen geht es

Das Werk Domo Caproleuna GmbH meldete im Dezember 2025 Insolvenz an, denn der belgische Mutterkonzern Domo Chemicals war überschuldet. Domo Caproleuna hat sich insbesondere auf die Herstellung von robustem Kunststoff spezialisiert. Unter anderem werden Verpackungsindustrie und Autoindustrie beliefert. Aufgrund der Systemrelevanz und Anlagensicherheit lief der Betrieb zunächst als Notbetrieb und mit der Hilfe des Landes Sachsen-Anhalts weiter. Es drohte die Stilllegung im Januar.

Nun kam allerdings die Rettung: Eine Auffanggesellschaft übernimmt den Standort von Domo in Leuna. Das bedeutet auch, dass ein Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleibt. Über 430 Mitarbeiter dürfen demnach ihre Jobs behalten, doch es ist auch von betriebsbedingten Kündigungen für einen Teil der 500 Beschäftigten die Rede. Trotz der guten Nachrichten bleibt die Zukunft allerdings ungewiss, da die Lösung als „Rettung in letzter Minute“ und „ungewöhnlich“ beschrieben wird und die langfristige Perspektive somit offen ist.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)