Deutschland erlebt die größte Insolvenz-Welle seit über 20 Jahren

Ein weißes Schild mit schwarzer Beschriftung und einer roten Umrandung. Die Inschrift lautet "Wirtschaftskrise". Das rechteckige Schild ist in einem Industriegebiet an einem grauen Tor befestigt.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Es ist die größte Insolvenz-Welle der vergangenen Jahre, die Deutschland derzeit in Atem hält. Aktuelle Zahlen belegen das bittere Ausmaß der Krise. So ernst ist die Lage im Land laut Experten wirklich ‒ und diese Branchen sind besonders betroffen.

Große Unsicherheiten belasten die deutsche Wirtschaft. Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist deutlich in die Höhe geschossen. Dabei fällt auf, dass es bestimmte Branchen deutlich härter als andere trifft. Ein Überblick.

Besorgniserregend: Deutschland erlebt größte Insolvenz-Welle seit 20 Jahren

Es ist ein bitterer Rekord, der Unternehmen und Arbeitnehmer hart trifft: Deutschland erlebt so viele Firmeninsolvenzen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Fast 5.000 Firmenpleiten gab es allein im zweiten Quartal 2026. Das belegt eine Auswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Besonders ernüchternd ist der weitere Ausblick: Auf eine deutliche Besserung sollte man laut Experten in den kommenden Monaten nicht hoffen.

Wie der Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) betont, gibt es verschiedene Faktoren für die besorgniserregende Entwicklung. Unter anderem nennt er die im Allgemeinen unsichere Wirtschaftslage als Grund, ebenso gestiegene Kosten für viele Betriebe im Land. Außerdem spielt das Konsumverhalten der Verbraucher eine wichtige Rolle, denn viele Menschen geben weniger Geld aus. Teure Kredite aufgrund von hohen Zinsen sind ein weiterer Einflussfaktor, vor allem für ohnehin verschuldete Unternehmen.

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Unternehmen aus diesen Branchen leiden besonders

Die Logistik- und Transportbranche ist besonders betroffen. Auch das Baugewerbe, der Handel sowie das Gastgewerbe leiden unter den Entwicklungen. In diesen Sektoren gehen die Aufträge und die Kundennachfrage deutlich zurück. Nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern wird sich der Trend der steigenden Insolvenzzahlen fortsetzen. Branchenkenner erwarten für das Gesamtjahr einen historischen Höchststand von fast 25.000 Unternehmenspleiten. Mit einer ersten Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage rechnen Experten frühestens im Laufe des nächsten Jahres. Nicht nur Unternehmen als Arbeitgeber sind besorgt. Auch für viele Beschäftigte bleibt die Situation auf dem Arbeitsmarkt damit vorerst von großer Unsicherheit geprägt.

(Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), dpa, Deutscher Brauer-Bund, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)