
Deutschlands Gasversorger schlagen Alarm: Die Gasspeicher sind fast halb leer. Offizielle Stellen geben sich gelassen, doch die Warnungen aus der Branche senden ein eindeutiges Signal. Eine solche Lage hat das Land seit Jahren nicht mehr erlebt.
Behörden und Politik zeigen sich betont unaufgeregt. Aus der Energiewirtschaft wird angesichts der Gaslage jedoch mit zunehmender Deutlichkeit vor Versorgungsrisiken gewarnt.
Historisches Tief: Deutschlands Gasspeicher sind fast halb leer
In der Gasbranche wächst die Angst um die Versorgungssicherheit Deutschlands. Daran sind nicht nur die Füllstände schuld, sondern auch der Blick auf den Rest des Winters: Niemand weiß, wie sich die kalte Jahreszeit, die Weltmarktpreise und die geopolitische Lage entwickeln werden ‒ Faktoren, die allesamt die Gaslage beeinflussen. Gleichzeitig sind Verbraucher um höhere Heizkosten besorgt.
Die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung. Um die Versorgung müsse man sich keine Sorgen machen. Nach ihrer Einschätzung gilt diese grundsätzlich als gesichert, denn Deutschland habe „seine Hausaufgaben gemacht“. Energieversorger dagegen zeigen sich deutlich vorsichtiger. Anhaltende Kälte könne Engpässe durchaus begünstigen ‒ und außenpolitische Krisen ebenso. Sie verweisen darauf, dass die Speicherstände in einer ähnlichen Größenordnung wie zu Beginn der Gaskrise 2022 liegen.
Größter Gasspeicher hat nur noch 11 Prozent Gas
Nach Berechnungen des Verbands Gas Infrastructure Europe (GIE) lässt sich der derzeitige Füllstand der deutschen Gasspeicher auf knapp 40 Prozent beziffern. Besonders kritisch sieht die Lage im niedersächsischen Rehden (Landkreis Diepholz) aus, wo der bundesweit größte Gasspeicher steht. Die derzeitige Füllmenge beläuft sich hier auf lediglich 11 Prozent.
Hinter der derzeitigen Gaslage verbirgt sich eine Kombination aus mehreren Problemen. So startete Deutschland mit einer verhältnismäßig niedrigen Gasfüllmenge in die Wintersaison 2025/26, während sich der bisherige Winter zugleich als ungewöhnlich kalt erwies. Gas war im Sommer 2025 vergleichsweise teuer, sodass sich das frühe Auffüllen für Versorger kaum lohnte. Durch den gestiegenen Verbrauch haben sich die bereits knappen Gasreserven nun deutlich schneller geleert. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob sich die Lage noch weiter zuspitzt oder stabilisiert.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, NDR, AGSI/GIE)














