Drohnen und Sabotage – Deutschland verschärft jetzt den Schutz

Ein großes quadratisches Drohnen-Flugverbotsschild steht aufgerichtet in einem Bereich draußen vor einigen Häusern auf einer Wiese und verweist auf das Verbot von Drohnen.
Symbolbild © istockphoto/PJSFOTOMEDIA

Die Nachrichten über Angriffe auf die Bundesrepublik im Rahmen der Hybriden Kriegsführung nehmen zu. Drohnen und Sabotage gefährden die Infrakstruktur in Deutschland, weshalb man nun den Schutz verstärken will.

Stromnetze, Flughäfen und Kabel geraten ins Visier fremder Angreifer. Der Schutz der Bundesrepublik wächst, doch neue Sabotagefälle zeigen eine gefährliche Schwachstelle. Denn Drohnen und Sabotage-Aktionen kann man in Deutschland leider immer noch nicht komplett ausschließen.

Ein Angriff reicht, damit plötzlich alles zusammenbricht

Deutschlands Alltag hängt an einem Netz aus Stromleitungen, Wasserwerken, Verkehrswegen und Kommunikationssystemen. Funktioniert es, fällt seine Bedeutung kaum auf. Schon einzelne Ausfälle zeigen jedoch, wie schnell gewohnte Abläufe ins Wanken geraten können. 2026 haben die Sicherheitsbehörden bereits 165 mutmaßliche Sabotagefälle registriert. Zusätzlich erfasste das BKA-Lagebild mehr als 740 verdächtige Drohnensichtungen. Im Fokus stehen unter anderem Energieanlagen, Verkehrswege und andere empfindliche Strukturen.

Zur kritischen Infrastruktur zählen deutlich mehr Bereiche als Strom und Gas. Dazu gehören unter anderem Verkehr, Gesundheit, Trinkwasser, Ernährung, Telekommunikation und IT. Viele dieser Systeme hängen wiederum voneinander ab. Wie verwundbar solche Verbindungen sind, zeigte der große Berliner Stromausfall Anfang 2026. Ein solcher Ausfall kann nicht nur Licht und Heizung betreffen. Auch Kartenzahlungen, Geldautomaten, Mobilfunk und technische Anlagen können bei einem längeren Blackout Probleme bekommen. Der Staat setzt deshalb nicht nur auf sichtbare Sicherheitsmaßnahmen. Betreiber sollen Risiken analysieren, Schutzmaßnahmen festlegen und Abläufe für den Ernstfall vorbereiten.

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KRITIS-Dachgesetz soll schützen – doch jetzt zeigt sich die Schwachstelle

Das KRITIS-Dachgesetz gilt seit dem 17. März 2026. Es verpflichtet betroffene Betreiber zu mehr physischer Widerstandsfähigkeit. Dazu gehören Risikoanalysen und ein Resilienzplan, der Schutz, Reaktion und Wiederherstellung berücksichtigt. Trotzdem kann der Staat nicht jedes Umspannwerk, jede Leitung oder jeden wichtigen Standort rund um die Uhr bewachen. Genau deshalb gewinnt die sogenannte Resilienz an Bedeutung: Ein System soll einen Angriff nicht nur verhindern, sondern Störungen möglichst schnell abfangen und den Betrieb wiederherstellen.

Eine weitere Baustelle ist die Drohnenabwehr. Bund und Länder haben ihre Fähigkeiten zuletzt ausgebaut. Gleichzeitig zeigen aktuelle Vorfälle, dass Überwachung und Zuständigkeiten mit der wachsenden Bedrohung Schritt halten müssen. Für Verbraucher bleibt deshalb vor allem Vorsorge entscheidend. Wer zu Hause Wasser, haltbare Lebensmittel, Licht, Informationen und eine alternative Zahlungsmöglichkeit bereithält, kann einen vorübergehenden Ausfall besser überstehen. Deutschlands Infrastruktur ist widerstandsfähig – vollständig unangreifbar ist sie jedoch nicht.

(Quellen: Bundesregierung, BMI, BSI)