
Im Sommer kommt der 20-Euro-Mindestlohn – zumindest in einer speziellen Branche. Beschäftigte dürfen sich demnach schon in wenigen Monaten auf etwas mehr Geld auf dem Konto freuen. Allerdings gibt es einige Bedingungen, um von der Erhöhung zu profitieren.
Darauf haben Beschäftigte lange gewartet. Ihnen winkt ein Mindestlohn in Höhe von 20 Euro. Obwohl Millionen Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung erhalten, gilt dieser Betrag jedoch nicht für alle.
Ab Sommer gibt es den 20-Euro-Mindestlohn ‒ für spezielle Fachkräfte
In diesem systemrelevanten Bereich könnten bis zum Jahr 2049 etwa 690.000 Fachkräfte fehlen, so das Statistische Bundesamt. Es ist nicht nur ein körperlich herausfordernder Beruf. Wer als Fachkraft in der Branche arbeitet, wird auch psychisch gefordert und muss nicht selten bis an oder über die eigene Belastungsgrenze gehen. Im Verhältnis zu dem, was Beschäftigte leisten, fällt die Bezahlung bisher allerdings zu gering aus. Darüber herrscht Einigkeit in Politik und Gesellschaft. Schon bald gibt es jedoch mehr Geld. Im Sommer kommt der 20-Euro-Mindestlohn.
Bereits seit 2010 existiert ein Mindestlohn in der Pflegebranche, der sich vom allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn unterscheidet. Wer als Pflegehilfskraft arbeitet, erhält bisher 15,50 Euro pro Stunde. Qualifizierte Pflegehilfskräfte mit einer einjährigen Ausbildung bekommen 16,50 Euro. Ab dem 1. Juli 2025 dürfen sich Hilfskräfte ohne einjährige Qualifizierung auf 16,10 Euro freuen, während qualifizierte Hilfskräfte bald 17,35 erhalten. Das meiste Geld steht jedoch Pflegefachkräften zu.
Nicht jeder bekommt den neuen Mindestlohn
Seit gut einem Jahr beläuft sich der Stundenverdienst von Pflegefachkräften auf 19,50 Euro. Das ändert sich bald. Künftig erhalten Fachkräfte mindestens 20,50 Euro. Wer profitieren will, muss demnach eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Arbeitet man in einem privaten Haushalt, greift der Pflegemindestlohn nicht. Eine Anstellung in einem Pflegebetrieb ist Voraussetzung.
Die Anpassung des Mindestlohns soll nicht nur zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen, sondern auch potenzielle Nachwuchskräfte ansprechen. In Deutschland gibt es wegen des demografischen Wandels immer mehr Menschen mit Pflegebedarf. Zugleich mangelt es an Personal, sodass der Pflegenotstand weiter zunimmt. Wie sich die Situation entwickelt und ob der Pflegeberuf attraktiver wird, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.














