
Weniger Work-Life-Balance, stattdessen mehr Arbeit: Der Bundeskanzler hat sich klar positioniert. Nun sollen Maßnahmen folgen, die sich auf das Leben Millionen Beschäftigter auswirken könnten. Gegner kritisieren die Haltung und das Vorhaben jedoch scharf.
Überlastete Arbeitnehmer sehnen sich nach Entlastung. Aus Berlin kommt jedoch eine klare Ansage: Um Deutschlands Wohlstand zu sichern, muss mehr gearbeitet werden.
Merz will mehr Arbeit für Beschäftigte: Das plant die Regierung
Die deutsche Wirtschaft soll wieder wachsen. Um sie zu fördern, positioniert sich Bundeskanzler Friedrich Merz klar: Mitunter sei das Arbeitszeitmodell „Viertagewoche“ nicht mit diesem Ziel vereinbar. Auch den hohen Krankenstand kritisiert der Regierungschef. Seit 2021 ist es Beschäftigten möglich, eine telefonische Krankschreibung zu erhalten, was das Risiko für einen Missbrauch laut Kritikern erhöht. Man müsse sie überdenken.
Ärzteverbände verweisen jedoch auf die Entlastung durch die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für viele Praxen. Doch nicht nur die Abschaffung der AU-Regelung steht im Raum. Auch längere und flexiblere Arbeitszeiten sollen zum Wohlstand Deutschlands beitragen. Dafür sieht der Kanzler eine Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes vor.
Kritik an der Haltung des Bundeskanzlers: Skepsis bleibt groß
Acht Stunden täglich sind laut aktuellem Arbeitszeitgesetz in Deutschland erlaubt. In Ausnahmefällen können Beschäftigte bis zu zehn Stunden arbeiten. Das ist jedoch nur möglich, wenn der durchschnittliche Arbeitstag innerhalb von sechs Monaten acht Stunden nicht überschreitet. Um mehr Flexibilität zu schaffen, sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung nun eine Anpassung vor. Demnach könnte die tägliche Begrenzung von acht Stunden entfallen. Stattdessen soll eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung greifen.
In anderen europäischen Ländern existiert die Regelung bereits. Während Befürworter sich für eine schnelle Umsetzung aussprechen, bleiben Kritiker skeptisch: Notwendig seien vordergründig bessere Arbeitsbedingungen, nicht der Generalverdacht gegenüber (sich unbegründet krankmeldenden) Beschäftigten. Zudem sei das Problem nicht eine falsche Arbeitsmoral, sondern mitunter die Überlastung durch Personalprobleme. Um auch Rentner länger im Erwerbsleben zu halten, wurde bereits die vielfach diskutierte Aktivrente eingeführt. Ob und welche weiteren Maßnahmen folgen, dürfte sich wohl schon bald zeigen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














