
Das neue Rentenalter könnte künftig bei 70 liegen – zumindest wenn es nach einigen Fachleuten einer Expertenkommission geht. Was nach einer praktischen Lösung für das überlastete Rentensystem klingt, sorgt bei Kritikern für reichlich Skepsis.
Ob in der Pflege oder im Handwerk: Schon heute sind zahlreiche Beschäftigte deutlich überlastet. Statt Entlastung drohen nun weitere Jahre im Berufsleben ‒ denn das reguläre Rentenalter könnte weiter ansteigen.
Diskussion um neues Rentenalter ab 70
Erneut sorgt das überlastete Rentensystem für hitzige Debatten in Politik und Gesellschaft. Das Grundproblem: Die sogenannte Generation der Babyboomer wechselt gerade massenhaft in den Ruhestand. Da gleichzeitig immer weniger junge Menschen nachkommen und die Lebenserwartung mit den Jahren steigt, gerät die Finanzierung der Rente ins Wanken. Momentan müssen etwa zwei Arbeitnehmer die Rente für eine Person in Deutschland erwirtschaften – ein Verhältnis, das auf Dauer kaum haltbar ist.
Kritiker bleiben skeptisch und befürchten Nachteile
Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission soll zur Lösung der Probleme beitragen. Unter anderem ist von einer möglichen Anhebung des Rentenalters auf 70 die Rede, über die aktuell diskutiert wird. Mit der längeren Lebensdauer soll demnach auch die Arbeitszeit steigen, um die Rentenkasse zu entlasten und die Beiträge für die Jüngeren bezahlbar zu halten. In der Bevölkerung löst die Debatte geteilte Reaktionen aus. Während die einen die Notwendigkeit längerer Arbeitszeiten aufgrund der demografischen Lage einsehen, halten andere das Ziel für unrealistisch.
„Rente mit 67 ist schon sportlich“, kommentiert eine Instagram-Nutzerin einen Beitrag zum Thema Rente mit 70. „Wer soll das schaffen?“, fragt eine weitere Person und schließt sich vielen anderen an, die Skepsis äußern. Experten machen insbesondere auf die altersbedingten Herausforderungen für Arbeitnehmer aufmerksam, die körperlich hart arbeiten müssen. Auch die psychische Belastung ist für viele hoch, etwa in Pflegeberufen. Deshalb scheiden Beschäftigte regelmäßig aus dem Erwerbsleben aus, bevor sie das reguläre Rentenalter überhaupt erreichen. Ob eine Rente mit 70 realisierbar ist und wie eine gerechte Lösung für alle Berufsgruppen aussehen könnte, bleibt vorerst ungeklärt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














