
Einer der größten Blackouts in Deutschland hat nun Teile von Berlin fest im Griff. Zehntausende Menschen frieren und müssen wohl noch eine Weile mit der Ausnahmesituation zurechtkommen.
Wer helfen kann, hilft. Die Solidarität ist groß. Und doch leiden immer noch Zehntausende. Denn hierzulande gibt es einen der größten Blackouts in Deutschland, dessen Ende weiterhin nicht abzusehen ist.
Der Schock ist groß: „Menschenverachtender Anschlag“
Am frühen Samstagmorgen, dem 3. Januar, haben bislang Unbekannte einen Anschlag auf das Berliner Stromnetz verübt. Sie setzten Stromleitungen an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal beim Kraftwerk Lichterfelde in Brand und lösten damit ein wahres Inferno aus. Zehntausende Menschen waren daraufhin komplett ohne Strom. Neben Elektrogeräten fielen Heizungen und andere wichtige Stromquellen aus. Die Menschen frieren – tagsüber bei minus fünf Grad, nachts bei minus zwölf Grad. Der Ausfall betrifft die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen waren sofort ohne Strom und Fernwärme. Während 7.000 Haushalte und 150 Unternehmen sofort wieder angeschlossen werden konnten, harren Zehntausende Menschen weiter aus und trotzen nicht nur den fehlenden Nachrichtenquellen und Küchengeräten, sondern auch der eisigen Kälte. Die Innensenatorin Iris Spranger von der SPD spricht von einem menschenverachtenden Anschlag.
Zehntausende frieren: Kritik kommt von allen Seiten
Während laut einem existierenden Bekennerschreiben der linksextremistischen Vulkangruppe dieser Akt dem Gemeinwohl dienen und auf die Missstände durch die fossile Energieversorgung aufmerksam machen solle, wird von allen Seiten Kritik laut. Zum einen sollen die Verantwortlichen natürlich sofort zur Rechenschaft gezogen werden. Zum anderen kritisieren viele jedoch auch die mangelnde Planung und Organisation in solch einem Fall. Diese Situation zeige einmal mehr, wie unvorbereitet Deutschland auf einen Blackout eigentlich ist.
Denn die Situation ist für die Betroffenen noch lange nicht ausgestanden. Zehntausende müssen weiterhin frieren und abwarten, denn eine Hochleitung kann nicht so einfach ausgetauscht und ersetzt werden. Man rechne damit, dass bis frühestens Donnerstag, dem 8. Januar, wieder alle Haushalte und Unternehmen mit Strom versorgt sind. Unterdessen steigt die Fürsorge. Während die einen zu ihren Verwandten und Freunden in andere Stadtteile ziehen, hat die Stadt selbst Notunterkünfte eingerichtet. Mit Treibstoff füllen Feuerwehrleute die Notstromaggregate auf, um den Menschen so schnell wie möglich zu helfen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Angaben von Stromnetz Berlin)














