Ekel-Virus breitet sich aus: Erste Kliniken sind völlig überlastet

Zwei Schwestern, die neben eines Mundschutz auch eine Haube tragen, stehen an einem Krankenbett und prüfen die Kanüle zu einem Tropf. Beide Schwester fokussieren die Kanüle und den Schlauch und arbeiten hochkonzentriert.
Symbolbild © istockphoto/herraez

Ein aggressiver Winter-Erreger breitet sich aus und bringt Kliniken sowie Arztpraxen im Norden an ihre Grenzen. Experten warnen vor einer heiklen Saison mit immer neuen Infektionswellen.

Im Norden rollt eine Krankheitswelle an und bringt Kliniken wie Praxen an ihre Belastungsgrenze. Für Patienten und Ärzte beginnt ein turbulenter Winter.

Kliniken am Limit – eine Welle breitet sich aus

Ärzte, Pflegekräfte und Notaufnahme-Teams melden ungewöhnlich hohe Patientenzahlen. Ursache ist ein aggressiver Erreger, der sich rasant ausbreitet und vor allem im Norden Deutschlands Fahrt aufgenommen hat. Die Grippewelle trifft Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich härter als im Vorjahr. In der Hansestadt wurden seit Saisonbeginn im Oktober fast 1.700 Fälle gemeldet – rund 600 mehr als im letzten Jahr. Und das sind nur die offiziellen Statistiken. Besonders heftig: Jeder dritte Grippepatient musste in Hamburg ins Krankenhaus eingeliefert werden. Elf Todesfälle wurden bisher registriert, also einer mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Auch Schleswig-Holstein meldet alarmierende Zahlen. Laut dem Institut für Infektionsmedizin in Kiel steigen die Infektionen seit November stetig. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden 285 Fälle gemessen. 77 mehr als noch zu Jahresbeginn. Insgesamt kamen in den vergangenen drei Monaten rund 1.200 Infektionen zusammen. Apotheker berichten, dass Grippeschutzmittel in Teilen der Region bereits knapp geworden sind – offenbar, weil sich viele Menschen vorsorglich impfen ließen.

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Für wen es jetzt gefährlich wird – und was Betroffene tun sollten

Besonders gefährdet sind ältere und immungeschwächte Personen. Während viele Erkrankte mit Fieber, Husten und erheblichen Schmerzen zu Hause bleiben, zwingt der Erreger immer mehr Patienten in Kliniken und Arztpraxen – und sorgt dort für Dauerstress. Experten raten Betroffenen zu Ruhe, viel Flüssigkeit, Schlaf sowie bei Bedarf fiebersenkenden oder schmerzlindernden Mitteln und Hustenlinderung. Apotheken bieten hierfür ein breites Sortiment rezeptfreier Medikamente an. Verschlimmern sich die Beschwerden, sollte ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.

Zusätzliche Unsicherheit herrscht beim Blick auf die Symptome: Ähnlich wie im Vorjahr wechseln sich im Winter Phasen ab, in denen mal Influenza, mal SARS-CoV-2 oder andere Erkältungsviren dominieren. Bei der Unsicherheit, welche Erkrankung vorliegt, können kombinierte Antigen-Schnelltests aus Drogerien und Apotheken helfen. Sie testen gleichzeitig auf Covid-19, Influenza A/B, RSV und Adenoviren. Für Risikopatienten bleibt die ärztliche Abklärung dennoch wichtig.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Angaben von Gesundheitsbehörden, Aussagen von Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Infektionsmedizin Kiel)