
Nach 600 Jahren trifft diesen deutschen Familienbetrieb nun die Insolvenz. Es sieht nicht gut aus für das Traditionsunternehmen, das bereits einiges versucht hat, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien.
Der Pleitegeier geht weiter in Deutschland um und hat ein neues Opfer gefunden: Ein deutscher Familienbetrieb, der bereits seit 600 Jahren existiert, befindet sich in der Insolvenz.
Große Pläne: Probleme führten in die Insolvenz
Bereits letztes Jahr im August musste der Familienbetrieb Insolvenz anmelden. Dabei hatte der Inhaber einst große Pläne. Zuletzt hatte das Unternehmen sogar investiert. Der alte Standort erwies sich als zunehmend schwierig, da eine Einbahnstraßen-Regelung den Zugang und die Abfahrt deutlich erschwerte. Also musste ein neuer Standort her, der von dem alten auch nicht allzu weit entfernt lag.
Die Investition in das neue Gebäude erwies sich jedoch als eine Katastrophe. Denn schon kurz darauf brach der Ukraine-Krieg aus und die Kosten für die Baumaterialien schossen in die Höhe. Insbesondere Stahl entpuppte sich als echtes Luxusgut. Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung wollte der deutsche Familienbetrieb es aus eigenem Antrieb heraus wieder zurück auf den richtigen Weg schaffen.
Nach 600 Jahren in der Insolvenz: Familienbetrieb kämpft ums Überleben
Doch das sollten nicht die einzigen Probleme des Unternehmens bleiben. Eigentlich sollte die Sanierung des Weingutes Raabe in St. Martin in der Pfalz schon Ende 2025 abgeschlossen sein. Doch es kam anders: Die steigenden Kosten machten auch vor dem Weingut nicht Halt. Der angehobene Mindestlohn, die gestiegene CO2-Abgabe sowie die höheren Herstellungskosten der Flaschen stellten den Familienbetrieb vor neue Herausforderungen. Dem gegenüber standen nämlich sinkende Umsätze, da die Bevölkerung in Deutschland seit Jahren den Alkoholkonsum reduziert. Die gestiegenen Ausgaben konnten auch nicht auf die Kunden umgelegt werden. Dies könnte das Unternehmen nun zu Fall bringen.
Dennoch hat der derzeitige Eigentümer Joachim Raabe, der das Weingut 1989 von seinen Großeltern übernommen hat, Hoffnung. Die Bank müsse lediglich mitspielen, so der Inhaber. Man wolle ihr die Situation glaubhaft darlegen und hoffe, dass sie dem Unternehmen entgegenkomme. Denn der Rohbau der neuen Vinothek will endlich fertig werden – und damit soll sich auch die Situation des Familienbetriebes verbessern. Zu wünschen ist es dem Unternehmen, immerhin befindet es sich bereits seit 125 Jahren im Besitz der Familie.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Rheinpfalz, weingut-raabe.de)














