
Die Bundesregierung hatte sich für 2026 zum Ziel gesetzt, die Energiepreise zu senken. Verschiedene Faktoren führen jetzt jedoch zum Gegenteil. Millionen Haushalten drohen künftig Mehrkosten, da die Preise für Strom, Gas und Öl in die Höhe schießen.
Die Entwicklung der Energiepreise in Deutschland steht im September 2026 erneut im Fokus. Auf diese Weise bekommen auch Verbraucher in Deutschland die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten zu spüren.
Die Energiepreise steigen erneut rasant an
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) verteuerten sich Energieprodukte im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,5 Prozent – der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 2,9 Prozent. Als wichtiger Auslöser gilt die erneute Verteuerung von Rohöl infolge der angespannten Lage im Nahen Osten. Dadurch ist eine Entspannung des Preisgeschehens derzeit nicht in Sicht.
Auch an den Großhandelsmärkten sind die Auswirkungen spürbar. Die Preise für Erdgas und Strom haben nach einer zwischenzeitlichen Entspannung wieder deutlich angezogen. Deutschland verfügt inzwischen über eine diversifiziertere Gasversorgung als während der Energiekrise 2022. Dennoch reagieren die europäischen Energiemärkte empfindlich auf geopolitische Risiken und mögliche Lieferengpässe.
Trotz Entlastungsmaßnahmen drohen höhere Energiepreise
Beim Strompreis kommt hinzu, dass Erdgas weiterhin eine wichtige Rolle bei der Preisbildung am europäischen Strommarkt spielt. Steigende Gaspreise können deshalb indirekt auch Elektrizität verteuern. Politische Maßnahmen wie die Bezuschussung der Netzentgelte oder die Finanzierung der Gasspeicherumlage entlasten – jedoch nur bedingt. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Ölmarkt. Für 2026 erwartet die US-Energiebehörde EIA einen durchschnittlichen Brent-Preis von rund 91 US-Dollar je Barrel, für 2027 liegen die Prognosen dagegen bei etwa 74 US-Dollar.
Für die kommenden Monate bleibt die Entwicklung unsicher. Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet bis zum Jahresende weiterhin Aufwärtsdruck bei den Terminmarktpreisen für Gas und Strom. Beim Öl wird dagegen ein allmählicher Rückgang erwartet – allerdings von einem hohen Ausgangsniveau. Damit dürften Energiepreise vorerst ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für Haushalte und Unternehmen bleiben. Entscheidend ist, wie sich die geopolitische Lage, das weltweite Energieangebot und die Nachfrage entwickeln. Eine Entspannung der internationalen Konflikte könnte die Preise wieder sinken lassen. Neue Lieferausfälle oder eine steigende Nachfrage könnten dagegen zu weiteren Preissteigerungen führen.
(Quellen: Tagesschau, dpa)














