Erneute Wolfsichtung: Deutschland trifft neue Maßnahmen

Ein Wolf steht in einem Wald
Symbolbild © istockphoto/Benjamin Kneubuehler

In Deutschland wurde erneut eine Wolfsichtung gemeldet, die nun zu Maßnahmen führen soll. Denn die Tiere breiten sich immer weiter aus und reißen Nutztiere.

Nach einer erneuten Wolfsichtung in Deutschland sollen jetzt Maßnahmen ergriffen werden. So kamen in Nordrhein-Westfalen mittlerweile mehrere Nutztiere Tiere zu Schaden. Was geplant ist, erläutern wir hier.

Immer mehr Wölfe

Wölfe besiedeln insbesondere das Bundesland Nordrhein-Westfalen immer zahlreicher. Jetzt plant Deutschland, Maßnahmen zu ergreifen, denn in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Angriffen auf Nutztiere. Aktuell sprechen Experten von fünf Gebieten in NRW, in denen die Wölfe vermehrt unterwegs sind. Darunter sind unter anderem Schermbeck und auch Leuscheid an der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Da Wölfe Strecken von bis zu siebzig Kilometern pro Tag zurücklegen können, gibt es keine genauen Angaben dazu, wie viele der Tiere sich insgesamt in NRW aufhalten. Da Wölfe extrem mobil sind, gehen Experten davon aus, dass auch Tiere aus den benachbarten Bundesländern regelmäßig NRW durchqueren.

Tiere in Gefahr

Problematisch ist die Tatsache, dass es immer wieder zu Wolfsattacken kommt. Allein in diesem Jahr haben Wölfe im Gebiet Schermbeck bei einem Angriff am 28. Februar vierzehn Schafe und eine Ziege gerissen. Weiterhin gab es offenbar mehrere verletzte Tiere.

Obwohl regelmäßig Wolfsichtungen gemeldet werden, ging die Zahl der gerissenen Tiere im letzten halben Jahr zurück. Vielleicht auch deshalb hat Deutschland bisher keine Maßnahmen ergriffen. Laut der offiziellen Erfassung der Wolfsnachweise haben die Wölfe im Vergleich zu 26 Tieren in der zweiten Jahreshälfte 2022 in diesem Halbjahr nur 17 Nutztiere gerissen.

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Mögliche Maßnahmen

Aktuell gehen Experten davon aus, dass viele der Risse im Gebiet Schermbeck auf das Muttertier GW954f zurückgehen. Der Wolf gilt als Problemwolf und ist in den Medien unter dem Namen „Gloria“ bekannt. Deutschland will jetzt Maßnahmen ergreifen und endlich auf die sich häufenden Angriffe reagieren. Eine Möglichkeit wäre es, mehr Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Zäune in den bekannten Wolfsterritorien zu fördern.

Aktuell prüft das Bundesministerium NRW die Wolfsverordnung außerdem dahingehend, ob es die Möglichkeit gibt, solche Tiere zu erschießen. Besonders betroffen davon wären Tiere, die Schutzzäune überwinden können und somit eine Gefahr für Nutztiere darstellen. Tatsache ist, dass die Tierhalter die bisher zur Verfügung stehenden Fördermittel für den Herdenschutz nicht vollständig in Anspruch nehmen. Obwohl jährlich eine Million Euro Fördergelder bereitgestellt werden, haben Tierhalter bisher nur 182.000 Euro davon genutzt. Somit stehen noch mehr als 800.000 Euro der „Förderrichtlinie Wolf“ für Schutzmaßnahmen in den betroffenen Gebieten zur Verfügung.