Experten-Alarm: Gefährliches Hantavirus breitet sich weiter aus

Zwei Personen in Vollschutz stehen am Eingang eines Flugzeuges und überwachen die an Bord befindlichen Passagiere. Diese Passagiere befanden sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes zum Zeitpunkt des Hantavirus-Ausbruch.
Symbolbild © imago/ANP

Vor allem Nagetiere übertragen das Hantavirus, das zu einer Gruppe verschiedener Viren zählt. Menschen können sich anstecken, wenn sie mit Ausscheidungen infizierter Tiere wie Speichel, Urin oder Kot in Kontakt kommen. Die Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung der Fälle genau.

Hantavirus breitet sich aus: Mehrere Fälle auf Kreuzfahrtschiff bestätigt

In Europa treten Hantavirus-Infektionen regelmäßig auf, allerdings unterscheiden sich die Zahlen je nach Region und Jahreszeit. Besonders Gebiete mit großen Beständen bestimmter Nagetiere gelten als mögliche Risikozonen. Aktuell sorgt ein Vorfall auf dem Atlantik für Aufmerksamkeit: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sind mehrere Hantavirus-Fälle bekannt geworden. Das Schiff befand sich auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln und erhielt die Erlaubnis, einen Hafen auf Teneriffa anzulaufen. Dort sollten Fachleute die Passagiere und Besatzungsmitglieder untersuchen. Drei Menschen starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des niederländischen Außenministeriums im Zusammenhang mit dem Ausbruch.

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Neun Fälle in Niedersachsen: Schutzmaßnahmen gegen Hantavirus erforderlich

Menschen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Risiko einer Hantavirus-Infektion zu verringern. Besonders wichtig ist Vorsicht bei Arbeiten in Bereichen, in denen sich Mäuse aufhalten könnten, etwa in Kellern, Schuppen oder Garagen. Wer dort Staub aufwirbelt, sollte den Bereich vorher lüften und eine Atemschutzmaske sowie Handschuhe verwenden. Außerdem sollten Lebensmittel sicher gelagert und mögliche Mäusezugänge verschlossen werden. Da das Virus vor allem über Ausscheidungen übertragen wird, hilft eine gründliche Reinigung betroffener Bereiche.

Auch Niedersachsen meldet in diesem Jahr Hantavirus-Infektionen, allerdings bewegen sich die Zahlen nach Angaben des Landesgesundheitsamtes im üblichen Bereich. Bislang registrierten die Behörden neun Fälle. Besonders häufig traten die Erkrankungen im Westen des Bundeslandes auf: Drei Infektionen wurden aus Meppen im Landkreis Emsland gemeldet, drei weitere aus dem Raum Osnabrück und eine aus der Grafschaft Bentheim. Experten führen die regionale Häufung auf das Vorkommen der Rötelmaus zurück, die den Erreger übertragen kann.

(Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (NLGA), WHO, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)