
Deutschland hält immer noch an der alten Weisheit fest, dass nur Bares Wahres ist. Nun empfehlen auch Experten, dass es sinnvoll ist, Bargeld im Haushalt zu haben. Da gibt es sogar eine bestimmte Menge, die man mindestens bereithalten sollte.
Digitale Zahlungen dominieren, wie man jeden Tag selbst sehen und erleben kann, den Alltag in Deutschland und Europa. Doch Experten raten wieder zu Bargeld als Reserve im Haushalt, auch für unerwartete Krisen und Ausfälle.
Warum immer mehr Fachleute beim Thema Bargeld umdenken
Man kennt es: Kartenzahlung und Smartphone haben das Bezahlen für viele Menschen einfacher gemacht. Gleichzeitig wächst jedoch die Abhängigkeit von Strom, Internet und funktionierenden Bezahlsystemen. Fällt eines davon aus, können selbst alltägliche Einkäufe plötzlich zum Problem werden. Auch das haben viele Menschen schon am eigenen Leib erleben müssen. Deshalb rückt ein Zahlungsmittel wieder stärker in den Fokus, das viele längst seltener nutzen. Experten weisen darauf hin, dass Bargeld auch in einer zunehmend digitalen Welt eine wichtige Absicherung bleiben kann. Hintergrund sind unter anderem mögliche Stromausfälle, technische Störungen oder Cyberangriffe auf die Infrastruktur.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt deshalb generell, sich auf Notlagen vorzubereiten. Dazu gehört auch, wichtige Dokumente griffbereit zu haben und eine kleine Bargeldreserve sicher zu verwahren. Sinnvoll sind unterschiedliche Stückelungen, damit auch kleinere Einkäufe problemlos bezahlt werden können.
Bargeld zu Hause: Experten empfehlen diese Zahlungsweise
Die schwedische Zentralbank Riksbank rät inzwischen ausdrücklich dazu, pro erwachsener Person etwa 1.000 schwedische Kronen – umgerechnet rund 94 Euro – als Bargeldreserve zu Hause aufzubewahren. Das Geld soll in verschiedenen Scheinen bereitliegen, damit Einkäufe auch dann möglich bleiben, wenn digitale Zahlungen vorübergehend ausfallen. Darüber hinaus empfehlen die Experten, sich nicht nur auf eine einzelne Bankkarte zu verlassen. Wer Karten verschiedener Zahlungsnetzwerke nutzt und seine PIN griffbereit kennt, ist bei technischen Problemen flexibler. Auch mobile Bezahldienste können hilfreich sein, funktionieren jedoch nicht in jeder Störungslage.
Ähnliche Hinweise gibt es auch in Deutschland. So empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz Westfalen, ausreichend Bargeld für etwa zwei größere Wocheneinkäufe bereitzuhalten. Die tatsächlich sinnvolle Summe hängt jedoch von der Haushaltsgröße und den persönlichen Ausgaben ab. Die Empfehlungen bedeuten nicht, dass Verbraucher wieder komplett auf Bargeld umsteigen sollen. Vielmehr geht es darum, im Ernstfall mehrere Möglichkeiten zum Bezahlen zu haben und dadurch im Alltag besser auf unerwartete Situationen vorbereitet zu sein.
(Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutsche Bundesbank)














