Experten schlagen Alarm: Seuche breitet sich immer schneller aus

Mehrere Menschen sind in weiße Schutzanzüge gekleidet und tragen Schutzmaske und Gummistiefel. Sie befinden sich auf einem Bauernhof, auf dem eine Seuche ausgebrochen ist. Sperrzonen werden eingerichtet.
Symbolbild © imago/Kyodo News

Experten raten derzeit dringend davon ab, in den Wald zu gehen. Der Grund: Eine gefährliche Seuche breitet sich in Deutschland immer weiter und schneller aus. Es gilt jetzt, Mensch und Tier zu schützen.

Aktuell besteht in einigen Teilen der Bundesrepublik eine erhöhte Seuchengefahr. Seit Jahren versuchen Experten, die tödliche Seuche unter Kontrolle zu bekommen. Das gelingt bislang jedoch nur mittelmäßig.

Seuche breitet sich in Deutschland aus

2007 nach Georgien eingeschleppt, verbreitete sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) schnell in den Nachbarländern. Im September 2020 wurde der erste Fall in Deutschland dokumentiert. Im bundesweiten Vergleich gilt Brandenburg als das am stärksten betroffene Bundesland. Doch auch Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind inzwischen von der Tierseuche betroffen. Die einzelnen Fallzahlen sind laut Friedrich-Loeffler-Institut zwar leicht rückläufig, dennoch breitet sich die Schweinepest in ganz Deutschland und den Nachbarländern aus – trotz eingerichteter Sperrzonen.

Menschen sind wegen der Seuche alarmiert

Die Afrikanische Schweinepest befällt vorrangig Wildschweine, doch auch Hausschweine können elendig daran zugrunde gehen. Betroffene Tiere leiden beispielsweise an hohem Fieber und Blutungen. In akuter Form treten Husten, Atemnot, blutiger Durchfall und Erbrechen auf, bevor das Tier einen plötzlichen Tod erleidet. Was bei einem Hausschwein durch den Halter nachvollziehbar ist, kann ein Jäger nicht immer feststellen. Daher sind diese dazu angehalten, Blutproben von erlegten oder bereits tot vorgefundenen Wildschweinen zu nehmen – um auf Nummer sicher zu gehen. Das frühe Erkennen der Seuche ist aktuell der sicherste Weg zur Eindämmung. Einen Impfstoff gibt es bislang nämlich nicht.

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Das Sammeln von Pilzen, Kastanien und anderen Früchten des Waldes sollte ebenfalls unterlassen werden. Zwar ist ASP für Menschen und andere Haustiere nicht gefährlich, jedoch können sie die Krankheit übertragen. Das betrifft natürlich auch Hunde und Katzen. Bei Kontamination – oder auch nur einem Verdacht – sollte man das Haustier gründlich waschen. Selbst Kleidung, Fahrzeuge, Jagd- oder Wanderausrüstung können die Seuche übertragen. Blut ist der effizienteste Übertragungsweg. Aber auch in Speiseresten, rohen, gepökelten oder geräucherten Fleischwaren kann der stabile Virus überleben. Außerdem ist die Seuche über Futtermittel wie Mais übertragbar, daher sind auch die Bauern in den betroffenen Regionen gewarnt.

(Quellen: Seucheninstitut, RKI, dpi)