
Fachleute sind alarmiert: Deutschland verbraucht nicht zu viel, sondern offenbar zu wenig Strom. Es klingt wie ein Widerspruch, doch ein höherer Verbrauch könnte dazu beitragen, die Preise zu senken und so den Geldbeutel vieler Haushalte zu entlasten.
Experten machen auf ein Stromproblem aufmerksam. Viele wollen sparen, doch stattdessen soll der Verbrauch steigen. Das steckt hinter der Warnung.
Stromproblem: Experten sind besorgt
Während Haushalte versuchen, den günstigsten Stromtarif für sich zu finden, tut sich parallel einiges im deutschen Energiesystem. Ein Großteil des Stroms stammt aus erneuerbaren Quellen, so auch im vergangenen Jahr. 2025 belief sich ihr Anteil am Bruttostromverbrauch auf über 50 Prozent. Solaranlagen und Windräder stehen dabei im Fokus. Je nach Wetterlage wird zeitweise sogar mehr Energie eingespeist als verbraucht. Genau hier schlagen Experten jetzt Alarm, allerdings aus einem anderen Grund als erwartet.
Fachleute sagen: Deutschland nutzt zu wenig von dieser Energie
Früheren Prognosen nach hätte Deutschland insgesamt mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen verbrauchen müssen. Demnach fällt der Verbrauch niedriger als angenommen aus. Wissenschaftler wie Leonhard Gandhi machen deshalb auf einen potenziell riskanten „Fehlschluss“ aufmerksam: Weil der Verbrauch nicht den Prognosen entspricht, sei für einige der logische Schluss, die Erweiterung der Erneuerbaren zu drosseln. Eine Folge wäre die weitere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Damit würde Deutschland wohl auch die Klimaziele verfehlen, sofern die Politik den Bedarf an Energie aus Wind und Co. zu niedrig ansetzt.
Stattdessen plädieren Fachleute dafür, den bereits vorhandenen Überschuss besser auszunutzen und so auf mehr Energie aus regenerativen Quellen zu setzen. Wird mehr Grünstrom ins Netz integriert oder beispielsweise flexibel für Wärmepumpen eingesetzt, reduziert sich auch der Bedarf an fossiler Energie. Dadurch sinken tendenziell die Börsenpreise ‒ und ein höherer Verbrauch erneuerbarer Energien kann langfristig dazu beitragen, die Kosten für Endverbraucher zu reduzieren. Insgesamt wäre es aus Sicht vieler Experten somit wichtig, den Ausbau von Wind- und Solarenergie voranzutreiben, statt mit weniger regenerativer Energie zu planen. Auf diese Weise ließen sich nicht nur die anvisierten Klimaziele erreichen, sondern auch die Stromversorgung Deutschlands sicherer und die Preise langfristig stabiler gestalten.
(Quellen: Umweltbundesamt, ADAC)














