Falle beim Finanzamt: Bürger machen immer denselben Fehler

Ein 200- und ein 500-Euro-Geldschein werden in die Kamera gehalten. Im Hintergrund befindet sich an einem Gebäude ein weißes Schild mit der Aufschrift "Finanzamt". Die darunter befindliche Schrift ist nicht zu erkennen, da sie verschwommen ist.
Symbolbild © istockphoto/Stadtratte

Der Fehler passiert jedes Jahr gleich zu Beginn: Viele Steuerpflichtige glauben, Schnelligkeit sei der Schlüssel zur schnellen Rückerstattung. Allerdings machen die Bürger somit immer denselben Fehler.

Der Gedanke dahinter wirkt logisch, hält der Realität aber nicht stand. Die Bearbeitung richtet sich nicht nach dem Eingangsdatum allein, sondern nach internen Abläufen der Finanzverwaltung. Wer früh abgibt, wartet häufig genauso lange – oder sogar länger.

Bürger machen immer denselben Fehler: Irrtum bei der Steuererklärung

Der Respekt vor dem Finanzamt, kombiniert mit dem Wunsch, es hinter sich zu bringen, führt dazu, dass Bürger vorschnell handeln. Genau diese Ungeduld sorgt am Ende für Verzögerungen statt für Tempo. Ein zentraler Grund liegt in der Arbeitsweise der Finanzämter selbst. Bundesweit beginnen sie in der Regel erst ab Mitte März mit der inhaltlichen Bearbeitung der Steuererklärungen. Davor passiert wenig mehr als das Sammeln eingehender Unterlagen. Ursache ist unter anderem die Software: Die bundeseinheitlichen Programme zur Steuerveranlagung stehen den Behörden meist erst zu diesem Zeitpunkt vollständig zur Verfügung. Ohne sie können Erklärungen nicht regulär verarbeitet werden. Früh eingereichte Formulare haben dadurch keinen zeitlichen Vorteil.

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Fehlende Daten bremsen die Steuerbearbeitung

Noch gravierender ist ein weiteres Problem früher Abgaben: fehlende Datengrundlagen. Viele steuerlich relevante Informationen liegen zu Jahresbeginn schlicht noch nicht vor. Arbeitgeber, Versicherungen, Banken, Rententräger und weitere Stellen übermitteln ihre Daten erst bis Ende Februar elektronisch an die Finanzverwaltung. Dazu zählen Löhne, Renten, Versicherungsbeiträge, Lohnersatzleistungen oder Kapitaleinkünfte. Ohne diese Angaben kann keine vollständige Prüfung erfolgen. Wer Werte schätzt oder Vorjahreszahlen übernimmt, provoziert Rückfragen und jede Nachfrage verlängert die Bearbeitungszeit.

Entscheidend für eine zügige Bearbeitung ist daher weniger Eile als Strategie. Wer wartet, bis alle Daten vorliegen, und seine Steuererklärung vollständig elektronisch über ELSTER einreicht, verbessert die Chancen deutlich. Solche Erklärungen können automatisiert verarbeitet werden und sind häufig schneller abgeschlossen als Papierfälle. Als sinnvoll gilt ein Abgabezeitraum ab Mitte März. Unabhängig davon bleibt genug Zeit: Die reguläre Frist für 2025 endet am 31. Juli 2026, mit Steuerberatung erst am 1. März 2027.

(Quellen: Bundesministerium der Finanzen, Deutsche Steuer-Gewerkschaft, Landesfinanzverwaltungen, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)