Fast 300 Stellen betroffen: Traditionsbetrieb schließt alle Werke

Aus der Vogelperspektive fällt der Blick auf ein großes Industriegebiet in Baden-Württemberg, das von einer Autobahn, Feldern und Bäumen umsäumt ist.
Symbolbild © imago/Hans Blossey

Ein besonders bitterer Tag folgte nach fast 200 Jahren für knapp 300 Mitarbeiter: Ihr Arbeitgeber, ein Traditionswerk in Baden-Württemberg, schließt nun alle seine Werke. Nach so viel Hoffnung folgt jetzt blanke Ernüchterung.

Nach der Abwicklung wird vom Traditionsbetrieb aus Baden-Württemberg nicht mehr als Geschichte übrig sein, denn das Unternehmen schließt alle Werke. Bestand zunächst noch Hoffnung auf Rettung, folgte dieser nun bittere Ernüchterung.

Seit Dezember insolvent: Traditionsbetrieb kämpfte ums Überleben

Im Dezember, noch während der eigentlich besinnlichen und fröhlichen Zeit, traf die fast 300 Mitarbeiter eines Traditionsbetriebs der harte Schlag der Realität: Ihr Arbeitgeber musste Insolvenz anmelden. Doch zu diesem Zeitpunkt herrschte noch Hoffnung, denn der Antrag erfolgte auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Das hieß, zumindest für die Angestellten, dass die Geschäftsführung einen Plan hatte, um es wieder aus der Krise zu schaffen.

Und diesen Plan gab es tatsächlich. Man wollte Investoren finden, um die knapp 300 Arbeitsplätze an den drei Standorten in Baden-Württemberg zu retten. Die Angestellten gaben unterdes alles und arbeiteten weiter, denn den Betrieb hielt die Geschäftsführung voller Zuversicht aufrecht.

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Traditionsbetrieb schließt alle Werke: „Nur noch bittere Realität“

All die Bemühungen der Geschäftsführung haben jedoch nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Für die Mocopinus GmbH & Co. KG an den Standorten Ulm, Karlsruhe und Ammelshain bei Leipzig geht nun die 160-jährige Familiengeschichte endgültig zu Ende. Die Suche nach Investoren ist gescheitert. Den Geschäftsbetrieb des Sägewerks will kein Geldgeber übernehmen, ebenso wenig wie die Angestellten, heißt es. Lediglich Interesse an den Immobilien bestehe.

Das heißt konkret, dass alle 270 Angestellten ihren Job verlieren werden. Die Schließung der drei Werke soll jedoch geordnet vonstatten gehen. Das bedeutet, dass noch alle Aufträge der Kunden abgearbeitet und ausgeliefert werden. Danach werden alle Werke stillgelegt. Allerdings werden die Mitarbeiter nicht einfach so entlassen. Sie bekommen einen Interessenausgleich. Ein Sozialplan soll den Angestellten ebenfalls unterstützend unter die Arme greifen. Man bedaure diese Entwicklung sehr, könne aber leider an der Lage nun nichts mehr ändern. Damit muss ein weiteres Traditionswerk endgültig aufgeben.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Pressemitteilung Mocopinus GmbH & Co. KG, Kanzlei PLUTA)