Fast 500 Euro mehr im Monat: Bundestags-Diäten steigen

Mehrere Holzbuchstabenwürfel bilden ein Wort vor gestapelten Goldmünzen im Hintergrund. Die Kombination verweist allgemein auf einen politischen und finanziellen Zusammenhang.
Symbolbild © imago/Christian Ohde

In diesem Jahr steht erneut eine Anpassung der Diäten an. Die geplante Erhöhung der Abgeordnetenentschädigung sorgt allerdings für Diskussionen – es sind nämlich fast 500 Euro mehr im Monat.

Politiker im Bundestag erhalten ein Einkommen, das deutlich über dem Durchschnittsverdienst liegt. Aktuell bekommen die Abgeordneten 11.833,47 Euro im Monat, die sie vollständig versteuern müssen. Viele Bürger halten diese Summe für zu hoch.

Berufspolitiker: Abgeordnete bekommen hohes Gehalt

Abgeordnete vertreten die Interessen der Bürger im Parlament. Sie arbeiten an Gesetzen, bringen eigene Initiativen ein und stimmen über Vorlagen der Bundesregierung ab. Darüber hinaus kontrollieren sie die Arbeit der Regierung und nehmen an Ausschusssitzungen teil, in denen Fachthemen detailliert beraten werden. Viele von ihnen betreuen außerdem Wahlkreise, führen Gespräche mit Verbänden und reagieren auf Anfragen aus der Bevölkerung. Neben Plenarsitzungen in Berlin gehören auch Fraktionssitzungen und Hintergrundgespräche zum Alltag. Dadurch entsteht eine hohe zeitliche Belastung. Gleichzeitig tragen Abgeordnete politische Verantwortung, denn ihre Entscheidungen wirken sich direkt auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen aus.

Erhöhung folgt: Fast 500 Euro mehr im Monat

Mit Beginn des Sommers rückt erneut die Frage nach der Höhe der Abgeordnetenbezüge in den Fokus. Dabei orientiert sich die Anpassung an einem festen Berechnungsmodell, das die allgemeine Lohnentwicklung berücksichtigt. Für 2025 meldet das Statistische Bundesamt einen Zuwachs der Nominallöhne um 4,2 Prozent; die Reallöhne stiegen um 1,9 Prozent. Entscheidend für die Diäten ist der Nominallohnwert. Auf Basis der derzeitigen monatlichen Entschädigung von 11.833,47 Euro ergibt sich daraus ein rechnerischer Aufschlag von rund 497 Euro. Ab Juli würde die Zahlung damit auf 12.330,47 Euro anwachsen.

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Das Verfahren greift automatisch und sieht keine gesonderte Abstimmung über die konkrete Erhöhung vor. Genau dieser Mechanismus steht regelmäßig in der Kritik. AfD und Linke sprachen sich im vergangenen Jahr gegen die Fortführung der Regelung aus. CDU/CSU, SPD und Grüne unterstützten hingegen das bestehende Modell und setzten sich durch. Der Bundestag erklärte anschließend, dass die geltende Praxis auch in der neuen Legislaturperiode Anwendung findet. Damit bleibt die statistisch erfasste Lohnentwicklung weiterhin der Maßstab für die Berechnung der Abgeordnetenentschädigung.

(Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutscher Bundestag, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)