Forscher warnen vor der Rückkehr eines „Zombie-Virus“

ARCHIV - Foto: Ján Kro lák/TASR/dpa

Forscher schlagen Alarm: Infolge des Klimawandels könnte der Permafrost auftauen. Das fördert uralte, unbekannte Bakterien und Viren zutage.

Der Klimawandel hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. In diesem Zusammenhang gehen Fachleute davon aus, dass die wärmeren Temperaturen uralte Permafrost-Böden freilegen können.

Unbekannte Viren im Permafrost eingeschlossen

Gemeint sind enorm große gefrorene Flächen auf der Nordhalbkugel. Der Permafrost schließt seit tausenden Jahren Pflanzenreste und Tierkadaver im Eis ein. Diese Organismen tragen in sich Viren und Bakterien, die unter einer dicken Eisschicht schlummern. Deshalb befürchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass mit dem Auftauen dieser jahrtausendealten Eismassen auch die gefährlichen Viren und Bakterien ans Tageslicht kommen.

Lesen Sie auch
Galeria Kaufhof: Hunderte Mitarbeiter vor Kündigung - Abfindung steht fest

Wissenschaftliche Belege für „Zombie-Virus“

Diese Warnung kann eine Forschergruppe um Jean-Marie Alempic und Matthieu Legendre belegen. Sie haben an der Aix-Marseille Universität eine wissenschaftliche Untersuchung vorgelegt, in der sie 13 unbekannte Virentypen in den Eisproben nachwiesen. Laut der Studie konnten diese Viren reaktiviert werden. Alle Ergebnisse und Details hat die Forschergruppe auf dem bioRxiv Prepint-Server veröffentlicht. In diesen Berichten ist von sogenannten „Zombie-Viren“ zu lesen.

So entdeckten die Forscher und Forscherinnen „Pandoravirus yedoma“. Dieses Virus stellt einen Rekord auf, denn nach den Untersuchungen hat es nahezu 50.000 Jahre im Permafrost überlebt. Davor aktivierten die Wissenschaftler ein weiteres Virus, das wohl 30.000 Jahre alt ist.

Lesen Sie auch
Nächste Ermäßigung kommt - Wer weniger GEZ zahlen muss

Riesenvirus unterm Lichtmikroskop nachgewiesen

Das „Pandoravirus yedoma“ ist ein Riesenvirus. Es konnte mit einem Lichtmikroskop nachgewiesen werden und infiziert Amöben. Das Virus stammt aus einer Probe aus dem Eis eines arktischen Sees. Es wurde aus den Eingeweiden eines Wolfes und aus der Wolle eines Mammuts isoliert. Dabei hatten die Zellkulturen die Amöben infiziert, um virulent zu werden.

Wann werden „Zombie-Viren“ zur Gefahr?

Innerhalb der Studie gehen die Forscherinnen und Forscher davon aus, dass mit dem Auftauen der Permafrost-Massen auch Viren freigesetzt werden. Unbekannt bleibt, wie lange diese infektiös sind. Zum jetzigen Zeitpunkt können keine Mutmaßungen oder Abschätzungen gemacht werden.

Die freigesetzten Viren wären alltäglichen Umweltbedingungen, wie Wärme, Sauerstoff und UV-Licht ausgesetzt. Außerdem muss das Virus einen geeigneten Wirt finden, um ihn zu infizieren.

Lesen Sie auch
Neu eingeführt: Wer E-Scooter falsch parkt, muss Strafe zahlen

Warnung vor versteckter Pandemie-Gefahr

Vor Kurzem haben Forscherinnen und Forscher aus China Proben aus 21 Gletschern aus dem tibetischen Hochland entnommen. Dabei entdeckten sie 900 bisher unbekannte Mikroben-Spezies. Hier besteht ebenso die Gefahr, dass diese beim Auftauen der Permafrost-Massen ans Tageslicht treten. Demnach kann der Klimawandel auch Zoonosen und Pandemien befördern.

Was bleibt ist die Warnung vor dem Risiko der globalen Erwärmung. Ebenso bedenklich bewerten die Forscherinnen und Forscher die zunehmende Ansiedlung der Arktis infolge industrieller Unternehmungen.