
Erneut scheint es Probleme beim Wasser in Deutschland zu geben. Für ihre Bürger beschließt eine deutsche Großstadt eine Trinkwasser-Maßnahme und führt sie auch sogleich aus. Ähnliches gab es schon anderswo, doch hier, hätte es keiner vermutet.
Eine deutsche Großstadt reagiert auf gefährliche Keime im Trinkwasser und führt eine Trinkwasser-Maßnahme ein. Eine heikle Lage bringt alte Technik und neue Fragen ins Rollen.
Alarm im Leitungssystem – was wirklich hinter dem Wasserproblem steckt
Was für viele ein selbstverständlicher Griff zum Hahn ist, sorgt in Mönchengladbach derzeit für Verunsicherung: Coliforme Keime wurden im Wasserwerk Rasseln nachgewiesen – ein Befund, der Fragen aufwirft und vorsichtige Gegenmaßnahmen nötig macht. Seit dem 18. Juni wird das Wasser aus dem betroffenen Werk gechlort, die Versorgung bleibt gesichert, doch das Vertrauen ist angeschlagen. Die Stadtteile Venn und Rasseln erhalten ihr Trinkwasser teilweise aus dieser älteren Anlage, die in heißen Monaten wie jetzt zur Unterstützung des neuen Werks stundenweise zugeschaltet wird. Gerade diese parallele Nutzung wirft nun technische Fragen auf – etwa zur Druckverteilung im Netz oder zur Rückführung von Wasserresten.
Für die meisten Menschen ohne Vorerkrankung gilt derzeit keine akute Gefahr. Dennoch rät das Gesundheitsamt empfindlicheren Gruppen wie Kindern, Senioren und Immungeschwächten dazu, das Wasser vorsorglich abzukochen. Hintergrund: Bei warmen Temperaturen können sich Keime rasant vermehren – besonders in stehenden Leitungen oder alten Rohren, wie sie in vielen Stadtteilen noch existieren. Fachleute prüfen nun mögliche Ursachen. Neben der Aufbereitungsanlage selbst könnten auch beschädigte Leitungen oder Regenwassereinträge durch Starkwetterereignisse eine Rolle spielen. Gerade in urbanen Regionen wächst das Risiko, wenn Abwasserkanäle bei Starkregen überlaufen oder Dichtungen versagen.
Großstadt führt Trinkwasser-Maßnahme ein – doch eine Gefahr bleibt bestehen
Aktuell hält das Chlor die Keime erfolgreich in Schach – doch die Unsicherheit bleibt, solange die Quelle des Problems nicht eindeutig geklärt ist. Chlor gilt weltweit als bewährtes Mittel zur Wasseraufbereitung und wird streng dosiert eingesetzt. In Deutschland sind die Grenzwerte gesetzlich geregelt, der aktuelle Einsatz bewegt sich laut Versorger NEW im gesundheitlich unbedenklichen Bereich.
Doch Experten mahnen: Chlor beseitigt Symptome, nicht Ursachen. Ohne genaue Klärung könnte jederzeit erneut eine Belastung auftreten. In vielen Städten ergänzen Wasserwerke deshalb inzwischen mit alternativen Methoden wie UV-Licht oder Ozon. Diese Verfahren gelten als schonend und lassen den typischen Chlorgeruch gar nicht erst entstehen – in Mönchengladbach prüft man solche Optionen bisher nicht öffentlich.














