
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Krise. Um sie wieder anzukurbeln, überlegen Regierung und Wirtschaftsexperten, Feiertage zu streichen. Es gibt jedoch auch klare Gegenstimmen – vor allem von den Gewerkschaften.
Arbeiten am Tag der Deutschen Einheit, Baulärm am Ostermontag – geht es nach einigen Stimmen aus Politik und Wirtschaft, könnte dies bald Realität sein. Der Grund: Es käme der Wirtschaft zugute.
Laut Regierung arbeiten die Deutschen zu wenig
Längere Arbeitszeiten und nun auch noch die Streichung von Feiertagen. Einige Politiker unter Friedrich Merz sind der Meinung, dass die deutsche Bevölkerung zu wenig arbeitet. Dies sei wiederum der Grund für die schwächelnde Wirtschaftslage. Ihrer Meinung nach könne dieses Problem ganz einfach behoben werden. Bereits Mitte September äußerte der Bundeskanzler den Vorschlag, die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden auf 48 Stunden anzuheben. Das wäre eine tägliche Arbeitszeit von 9,6 Stunden.
Bertram Brossardt, Geschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) setzt noch einen obendrauf. Laut seinen Berechnungen haben die Deutschen 2023 im Schnitt 1343 Stunden gearbeitet. Aufs Jahr gerechnet seien das 92 Stunden weniger als in Österreich, 186 Stunden weniger als in der Schweiz und 391 Stunden weniger als in Italien. Er fordert nicht nur flexible Arbeitszeiten abzuschaffen, sondern auch einige Feiertage. Laut Prof. Dr. Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft bringe die Streichung eines Feiertags ein Plus von circa 8,6 Milliarden Euro.
Für die Wirtschaft – 3 Feiertage streichen
Zuletzt schlug Gitta Connemann, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung und Mitglied der CDU, obendrein vor, den Reformationstag abzuschaffen. Damit kam die Diskussion wieder in Schwung. Und die Politikerin steht mit dieser Meinung nicht allein da. Konkret stehen drei Feiertage zur Debatte: Ostermontag, Pfingstmontag und Buß- und Bettag. Brossardt führt zudem noch den zweiten Weihnachtsfeiertag an. Einzig diese Maßnahmen können die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen.
Gegenwind gibt es vor allem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel argumentiert beispielsweise, dass Feiertagsstreichungen die Probleme der Wirtschaft nicht kompensieren würden. Außerdem dienen die freien Tage der Erholung, die wiederum die Produktivität fördere. Gewerkschaftschefin Yasmin Fahimi sieht das ähnlich. Weiterhin führt sie an, dass das Problem auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werde. Dadurch seien Lohnkürzungen durch die „Hintertür“ unausweichlich, da viele Beschäftigte ein festes Monats- oder Jahresgehalt bekommen. Man müsse dann entsprechend die Tarife anheben.
(Quellen: Bundesregierung, Bürgergeld Deutschland)














