Für Millionen deutsche Haushalte: Strompreise werden günstiger

Mehrere Euro-Banknoten, ein 50-Euro-Schein, ein 100-Euro-Schein und ein 20-Euro-Schein, auf denen ein grüner Stromstecker liegt. Der Hintergrund ist schlicht weiß.
Symbolbild © istockphoto/deepblue4you

Nach Jahren der Energiekrise zeichnet sich endlich Entspannung ab: Strompreise werden günstiger, doch was wie eine reine Entlastung klingt, birgt überraschende Details und neue Chancen für Verbraucher.

Millionen Haushalte können aufatmen – doch die gute Nachricht kommt mit Haken. Warum Strom plötzlich wieder günstiger wird und worauf Verbraucher jetzt achten sollten.

Erleichterung nach dem jahrelangen Preisschock

Noch vor wenigen Monaten schien es kaum vorstellbar: Nach dem Rekordrausch der Energiekrise entspannen sich die Strompreise. Allerdings verrät erst der Blick ins Detail, warum die Kosten tatsächlich sinken – und was davon wirklich bei den Menschen ankommt. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zahlen private Haushalte im Januar 2026 im Schnitt 37,2 Cent pro Kilowattstunde. Ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als die Preise noch über vierzig Cent lagen.

Den größten Anteil an dieser Entwicklung tragen die Netzentgelte. Sie purzeln von rund elf Cent auf 9,3 Cent je Kilowattstunde. Möglich macht das ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro, mit dem die Regierung die Übertragungsnetzentgelte stützt. Einige Grundversorger planen bereits weitere Preissenkungen im Laufe des Jahres.

Doch der Preis hat seinen Preis

Komplett entspannt ist die Lage deshalb nicht. Noch immer liegen andere Kostenfaktoren hoch: Einkauf und Vertrieb schlagen aktuell mit 15,4 Cent je Kilowattstunde zu Buche – nur minimal weniger als zuvor. Die extremen Aufschläge der Jahre 2022 und 2023 wirken nach und markieren weiterhin den historischen Höchststand im Energiesektor. Was viele Verbraucher überrascht: Steuern, Abgaben und Umlagen verharren bei 12,6 Cent, exakt auf Vorjahresniveau. Damit kassiert der Staat weiterhin rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung – allein die Mehrwertsteuer liegt bei 5,95 Cent, die Stromsteuer bei 2,05 Cent.

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Während die Preise für Haushalte sinken, dreht sich in Europa etwas Entscheidendes: Zum ersten Mal produzierten Wind- und Solarkraftwerke mehr Strom als fossile Quellen. Laut einem Bericht der Denkfabrik Ember kamen 2025 rund dreißig Prozent des erzeugten EU-Stroms aus Sonne und Wind – nur 29 Prozent aus Kohle, Gas und Co. Doch trotz aller Entspannung bleibt Stromsparen Gold wert. Wer Anbieter vergleicht, kann mehrere Hundert Euro sparen. Entscheidend sind Grundpreis (meist zehn bis zwanzig Euro im Monat) und Arbeitspreis (meist zwischen 24 und 45 Cent je Kilowattstunde). Ökostrom muss dabei nicht teurer sein – oft ist er sogar günstiger und beschleunigt die Energiewende weiter.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Verivox, dpa)