
Der Gas-Alarm kurz vor dem Winter sorgt für große Verunsicherung. Verbraucher blicken besorgt auf die Energieversorgung: Deutschlands Gasspeicher sind aktuell erschreckend knapp gefüllt und die Preise an den Märkten ziehen bereits an.
Angesichts der mageren Reserven wächst die Angst vor eiskalten Wohnungen. Verbraucher müssen sich jetzt auf ein echtes Energie-Drama und rasant steigende Kosten einstellen.
Die Speicher sind halb leer
Anfang September erreichten die Speicher gerade einmal einen Füllstand von 54 Prozent. Damit liegt der Wert rund 27 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Der Gas-Alarm kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Preise nach oben und erschwert das weitere Auffüllen der Speicher. Nach Angaben in den Medien können die deutschen Gasspeicher insgesamt rund 250 Terawattstunden Gas aufnehmen. Zum Vergleich: Deutschland verbrauchte 2024 fast 850 Terawattstunden Erdgas. Vor allem im Winter steigt der Bedarf stark an. Während Deutschland im Sommer teilweise nur rund zehn Terawattstunden pro Woche benötigt, kann der Verbrauch im Winter auf mehr als 30 Terawattstunden steigen. Die Speicher gleichen diese saisonalen Schwankungen aus.
Genau deshalb sorgt der aktuelle Gas-Alarm für Aufmerksamkeit. Noch wenige Wochen vor dem Beginn der Heizperiode fehlen große Mengen Gas. Zwar steigen die Füllstände seit dem Ende des Winters wieder, doch das Tempo bleibt gering. Gleichzeitig verteuert der Iran-Krieg den Energieträger erheblich.
Experten sind besorgt über die Lage
Trotz des Gas-Alarms sieht die Bundesnetzagentur aber derzeit keine akute Versorgungskrise. Sie bezeichnet die Gasversorgung in Deutschland aktuell als stabil und hält die Gefahr einer angespannten Versorgung nach gegenwärtigem Kenntnisstand für gering.
Der Gas-Alarm bedeutet deshalb noch keine Gasmangellage. Deutschland verfügt inzwischen über mehr Importmöglichkeiten als während der Energiekrise 2022. Doch halb leere Speicher, steigende Preise und geopolitische Risiken bilden eine unangenehme Kombination. Wie groß der Gas-Alarm im Winter tatsächlich ausfällt, hängt nun vor allem davon ab, wie schnell Händler zusätzliches Gas einspeichern, wie sich die internationalen Preise entwickeln und wie viel Gas Deutschland in den kommenden Monaten verbraucht.
(Quellen: BNetzA, AGSI+)














