Geburstagsfeiern, spielende auf Bolzplatz: Karlsruher Polizei greift hart durch

ARCHIV - Foto: Fabian Geier

Karlsruhe-Insider (dpa/lsw) – Bis zum entscheidenden Treffer wollten die Karlsruher Polizisten nicht warten.

Sie setzten der Fußballpartie auf dem Bolzplatz ein Ende. Sehr zum Ärger der zehn Kicker und sage und schreibe 35 Zuschauer auf Stühlen, Bänken und Stehplätzen.

Denn die ließen ihren Unmut so lautstark und handfest an den Beamten aus, dass die Polizisten Verstärkung alarmierten.

Kein Einzelfall. Wenige Stunden später löste die Polizei am Bodensee eine Geburtstagsfeier mit fast drei Dutzend Menschen auf einem Reiterhof auf. In Stutensee (Kreis Karlsruhe) feierten am selben Wochenende 49 andere eine Familienfeier. Und in Zimmern ob Rottweil zählte die Polizei bei einem Gottesdienst mehr als 100 Besucher, etliche davon ohne Maske.

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Seit fast einem Jahr herrscht Corona-Alarm im ganzen Land, Millionen Menschen bleiben zuhause, arbeiten auch von dort aus oder tragen Masken, wenn sie unterwegs sind. Und dennoch scheint es, als nehme die Zahl der Feiern und Partys zu, als werde immer noch in Massen gegrillt und gekickt, als werde gewandert wie zuletzt in Mühlheim an der Donau oder in Kneipen getrunken wie vor wenigen Tagen in Mannheim.

In den offiziellen Statistiken schlägt sich das Gefühl nicht nieder: Zwar ist die Zahl der Corona-Verstöße am Wochenende und im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorwoche um rund 1100 auf knapp 5300 gestiegen. Genaue Angaben zum Einschreiten gegen Gruppen kann die Polizei aber nicht machen. «Wir sehen jedoch, dass die Zahl der Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten deutlich zugenommen hat», sagt Karlsruhes Polizeisprecher Raphael Fiedler. «Die Polizisten gehen zwar mit Fingerspitzengefühl vor und ermahnen oft nur. Aber die Verstöße gegen die Verordnung werden trotzdem dreister, eklatanter und das Unrechtsbewusstsein ist nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor zwei Wochen.» Die Regeln seien fast allen bekannt, daran liege es nicht. «Wir stoßen kaum auf Unwissende», sagt Fiedler. «Die meisten wissen schon, dass es nicht in Ordnung ist, was sie da machen.»