
Die Wahl eines Ausbildungsplatzes hängt für viele auch mit der Entlohnung zusammen. Manche Azubi-Berufe bringen bis zu 3.000 Euro im Monat. Doch die Gehälter variieren stark, je nach Branche und Lehrjahr.
Als Azubi schon ein gutes Auskommen zu haben, ist für so manchen jungen Menschen wichtiger, als die Tätigkeit. In manchen Bereichen verdient man sogar während der Ausbildung schon mehr, als im Arbeitsleben mit einem abgeschlossenen Studium.
Trugschluss: Azubis verdienen nicht viel
Ganz gleich in welchem Metier – die Betriebe in Deutschland klagen schon seit Jahren über fehlenden Nachwuchs. Die meisten jungen Leute zieht es an die Universität oder in Büro-Jobs, da sie annehmen, dass dort die höheren Gehälter und besseren Arbeitsbedingungen warten. Der Schein kann jedoch gewaltig trügen. Zum einen klagen Angestellte in allen Branchen über Überstunden und fehlende Work-Life-Balance. Zum anderen beweisen das Statistische Bundesamt und eine Auflistung der Ausbildungsvergütung seitens der IHK, dass es Berufe gibt, in denen Azubis bereits mehr verdienen, als so manch Ausgelernter.
Die Mindestausbildungsvergütung liegt 2026 bei 724 Euro brutto im ersten Lehrjahr. Das sind 42 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt und das Azubi-Gehalt steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Somit gibt es im zweiten Lehrjahr mindestens 854 Euro, im dritten sind es 977 Euro. Nicht wenige Berufe erfordern ein viertes Ausbildungsjahr. Hier muss man mit 1014 Euro auskommen. Im April 2024 kam das Statistische Bundesamt beispielsweise auf ein monatliches Durchschnittsgehalt von 1.238 Euro brutto.
Azubi-Berufe mit hohen Gehältern
Das Arbeitsministerium in Nordrhein-Westphalen geht nun noch einen Schritt weiter und hat eine Tarifdatenbank freigeschaltet. In dieser können Interessierte gezielt nach Branchen, Berufen und der dazugehörigen Vergütung suchen. Auch sind tariflich vereinbarte Arbeitszeiten und Urlaubstage aus 115 Branchen von A bis Z aufgelistet. Obendrein informiert die Datenbank auch gleich über den Einstiegslohn, mit dem Azubis nach abgeschlossener Lehrzeit rechnen können. Das bietet vor allem Unentschlossenen langfristige Planungssicherheit.
In NRW schneiden insbesondere Redaktionsvolontäre bei Tageszeitungen richtig gut ab. Diese steigen schon mit 2.464 Euro ein – und dafür braucht es nicht immer ein Journalistikstudium. Mit einem weiten Abstand von rund 1.000 Euro Unterschied folgen Bankwesen und Pflegeberufe. Am wenigsten Geld bekommen Azubis im Landmaschinenmechanikerhandwerk, in Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros sowie in der Forstwirtschaft.
(Quellen: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Tarifregister NRW, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














