
Diese neue Gehaltsregel für das Jahr 2026 bietet Chancen, aber auch Gefahren. Kollegen sprechen nun erstmals offen übers Einkommen. Dieser Austausch kann Missverständnisse reduzieren, aber auch Neid fördern.
Ob diese Gehaltsregel für das Jahr 2026 wirklich nur Positives bringt, ist wohl mehr als fraglich. Wenn Kollegen erstmals offen übers Einkommen sprechen, führt das nicht nur zu gerechteren Gehaltsstrukturen. Derartige Gespräche bergen auch das Risiko von Konflikten oder ungewünschten Drucksituationen.
Strukturunterschiede in den Branchen
Das Einkommen in Deutschland unterscheidet sich regional deutlich, insbesondere zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Westen liegen Durchschnittseinkommen in der Regel höher, was wohl mit Strukturunterschieden in Branchen, Wirtschaftskraft und Arbeitsmarktsituation zusammenhängt. Im Osten hingegen sind die Gehälter meist moderater, wobei der Abstand durch wirtschaftliche Dynamik und Fachkräftemangel in einigen Regionen schrittweise verringert wird. Neben regionalen Unterschieden gibt es auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Eine neue Gehaltsregel für 2026 besagt jetzt, dass Kollegen nun erstmals übers Einkommen sprechen.
Stärkung einer gerechteren Bezahlung
Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen, kurz Entgelttransparenzgesetz, hat zum Ziel, die Lohngerechtigkeit in Deutschland zu fördern. Es erhöht die Transparenz bei der Entgeltstruktur und macht die Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts sichtbar. Dieses Gesetz trat am 6. Juli 2017 in Kraft und wurde seither mehrfach angepasst, um den Praxisnutzen zu erhöhen und Missbrauch zu verhindern. Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen Mitarbeitern demnach auf Anfrage Auskunft über die Gehaltsstrukturen geben. Unternehmen sind verpflichtet, faire Entlohnungspraktiken zu fördern, Tarifverträge zu berücksichtigen und stereotype Gehaltsunterschiede kritisch zu prüfen.
Verstöße können potenzielle Klagen oder Anweisungen durch Aufsichtsbehörden zur Folge haben. Insgesamt zielt dieses Entgelttransparenzgesetz darauf ab, Transparenz, Chancengleichheit und eine gerechtere Bezahlung in Unternehmen zu stärken, ohne betriebliche Geheimnisse zu gefährden. Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie hat bis Juni 2026 in nationales Recht zu erfolgen. Dann gilt bereits das Entgelttransparenzgesetz bereits für Betriebe mit einer Größe von mindestens 100 Beschäftigten. Beschäftigte erhalten damit erweiterte Auskünfte über Bezahlung und Gehaltsstrukturen. Außerdem ist es möglich, Auskunft über das Durchschnittsgehalt der Beschäftigten in vergleichbaren Positionen zu fordern.
(Quellen: Europäische Union, Bundesarbeitsministerium, EU-Richtlinie, dpa)














