Geld-Änderung ab Juli: Neues Verbot betrifft Millionen Menschen

Auf dem Bild ist eine große Menge an Euro-Banknoten zu sehen, die lose übereinanderliegen. Die Bilder und typischen Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Wasserzeichen und die Sterne der Europäischen Union sind auf dem Geld gut erkennbar.
Symbolbild © imago/Joko

Die Europäische Union hat ein Verbot in Sachen Geld erlassen, das zum 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Die Änderung betrifft vor allem den Handel mit Wertpapieren – also Neobroker und deren Kunden.

Die Europäischen Union hat ein Verbot für die sogenannte Praxis des Payment for Order Flow verhängt. Diese war bislang ein zentraler Baustein des Geschäftsmodells von Neobrokern.

Geld-Änderung ab Juli trifft Firmen und Anleger

2023 haben sich der Europäische Rat und das EU-Parlament darauf geeinigt, ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, dass das Payment for Order Flow (PFOF) verbieten soll. PFOF meint ein Provisionssystem, das Neobrokern und Trading Apps zusätzliche Einnahme bringt. Dies geschieht, wenn Debotanbieter wie Scalable Capital oder Trade Republic Kauf- oder Verkaufsaufträge von Kunden an Handelsplätze oder Market Maker weitergibt. Dafür bekommen die Broker dann eine Vergütung. Bislang haben sich vor allem Neobroker über dieses System finanziert. Die Kunden selbst mussten dadurch niedrige oder gar keine Ordergebühren bezahlen. Mit dem 1. Juli ist die Praxis auf dem herkömmlichen Weg endgültig verboten. Eigentlich trat das Gesetz bereits 2024 in Kraft, in Deutschland galt bislang jedoch eine Übergangsfrist.

Lesen Sie auch
Tierseuche in deutscher Großstadt - Sperrbezirk bleibt bestehen

Dank Verbot: Geld muss anders verdient werden

Bereits erwähnte Anbieter wie Scalable Capital haben schon nach alternativen Möglichkeiten gesucht, um Geld zu verdienen. Das Münchner Unternehmen tritt beispielsweise inzwischen selbst als Market Maker auf. Das Verbot entstand aufgrund der Kritik, dass die Praxis zu undurchsichtig sei und mitunter Nachteile für die Kunden bringe. Ja, der Broker verdient daran, jedoch nur weil er Order der Kunden an den Handelsplatz mit der höchsten Vergütung sendet. Dabei handelt es sich nicht immer um den Handelsplatz mit dem günstigsten Kurs.

Somit lauern häufig versteckte Kosten, die dem Kunden zum Nachteil gereichen. Für die Anleger ist dabei nämlich nicht ersichtlich, ob der entsprechende Handelsplatz den besten Ausführungspreis hat und wie hoch die Rückvergütung ist. Mit den Verbot will die EU vor allem mehr Transparenz schaffen und die Kunden schützen. Die Broker müssen dadurch jedoch ihre Geschäftsmodelle umstellen. Das kann für potenzielle Anleger jedoch auch eine höheren Gebühr bedeuten.

(Quellen: Finanztip, Biallo, Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)