Geld: Erste deutsche Region zahlt Zuschuss für Garten-Änderung

Ein schöner Frühlingsgarten mit vielen bunten Pflanzen und Blumen. Rings herum befinden sich Bäume. Durch die Bäume hindurch scheint die Sonne.
Symbolbild © istockphoto/andreusK

Pünktlich zum Start der Gartensaison zahlt eine erste deutsche Region einen guten praktischen Zuschuss für Garten-Änderungen. Dieses Geld bekommt man sogar relativ einfach, nur einige bürokratische Hürden sollte man beachten.

Vom steinernen Vorgarten zur blühenden Oase

Manche Vorgärten gleichen kleinen Steinwüsten: Kies, Schotter und Plastikfolien dominieren vielerorts das Bild. Was einst als pflegeleicht galt, entpuppt sich heute als Problem für Klima und Umwelt. Versiegelte Flächen verhindern, dass Regenwasser versickert und verwandeln Wohngebiete in regelrechte Hitzefallen. Das ist vielen Menschen und auch Behörden schon lange ein Dorn im Auge.

Im Kreis Euskirchen will man dieser Entwicklung nicht länger zusehen. Statt den Zeigefinger zu heben, setzt die Verwaltung auf einen freundlichen Weg zur Veränderung. Erste Aktionen zeigen: Mit etwas Unterstützung lassen sich selbst triste Schotterflächen in lebendige Mini-Biotope verwandeln. Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass bereits kleine Grünflächen die Temperatur messbar senken und die Artenvielfalt erhöhen können. Genau hier setzt die neue Initiative an, um das Stadtklima nachhaltig zu verbessern.

Zuschuss für Garten-Änderung: So blüht ein Ort neu auf und alle profitieren

Jetzt zeigt sich, wie ernst es der Kreis Euskirchen mit dem grünen Wandel meint: Alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Schottergärten in blühende Lebensräume umgestalten möchten, erhalten einen umfassenden Zuschuss. Die Verwaltung übernimmt sämtliche anfallenden Kosten – angefangen bei einer individuellen Vor-Ort-Beratung über die Erstellung eines Pflanzkonzepts bis hin zur fachgerechten Umsetzung durch erfahrene Gartenbaubetriebe. Die Finanzierung läuft über ein spezielles EU-Förderprogramm, „LAND4CLIMATE“, das insgesamt 200.000 Euro für dieses Projekt bereitstellt. Damit unterstützt man aktiv die Klimaanpassung in Kommunen. Interessierte Grundstückseigentümer müssen ihre Fläche zunächst eigenständig entsiegeln und dies dokumentieren. Nach erfolgreicher Bewerbung und Auswahl durch ein Punktesystem, das Faktoren wie Flächengröße und Klimarisiko berücksichtigt, erfolgt die Bepflanzung durch den Kreis.

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Dadurch entfällt für die Anwohner jeglicher Papierkram, denn die Behörden übernehmen die gesamte Abwicklung im Hintergrund. Besonders attraktiv ist dabei: Die zukünftigen Gartenbesitzer dürfen aktiv mitentscheiden, welche heimischen Stauden, Sträucher oder Blumen ihr Grundstück verschönern sollen. Damit entsteht nicht nur eine klimafreundliche Fläche, sondern auch ein Garten, der die persönliche Handschrift der Eigentümer trägt. Was viele nicht wissen: Studien zeigen, dass naturnahe Vorgärten die Feinstaubbelastung in Wohngebieten deutlich senken können – ein Vorteil, der besonders in heißen Sommern spürbar wird. Zudem verbessern artenreiche Grünflächen die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erheblich, was die Gefahr von Überflutungen bei Starkregen deutlich reduziert.