
Eigentlich ist sie in Europa nicht heimisch und doch wurden kürzlich mehrere Exemplare einer giftigen Einsiedlerspinne in Deutschland entdeckt. Experten haben den Fund untersucht und die Spinnenart bestätigt.
Es kommt immer wieder vor, dass Tiere versehentlich als blinde Passagiere mit Waren aus dem Ausland nach Deutschland gelangen. Vermutlich hat so auch diese giftige Einsiedlerspinne den weiten Weg in hiesige Gefilde geschafft.
Giftige Einsiedlerspinne in Keller entdeckt
Loxosceles laeta oder die Chilenische Einsiedlerspinne ist – der Name sagt es schon – normalerweise in Südamerika beheimatet. Irgendwie haben es Exemplare dieser Art jedoch nach Europa geschafft. Bislang war nur ein größerer Fund in Helsinki bekannt. Nun machte ein Mitarbeiter der Universität Tübingen in den Kellerräumen der Hochschule den aufsehenerregenden Fund. Ein Foto des Tieres landete schließlich bei Dr. Hubert Höfer, Leiter Abteilung Biowissenschaften am Staatlichen Naturkundemuseum Karlsruhe. Nachdem er eines der Krabbeltiere einfangen konnte, bestätigte er, dass es sich dabei um die Chilenische Einsiedlerspinne handelt. Während sich Menschen mit Spinnenphobie sicherlich freiwillig fernhalten, informierte die Universität auf mehreren Kanälen über den Fund.
Einsiedlerspinne – giftig, aber nicht gefährlich
Zumindest ist Vorsicht geboten, da diese Spinnenart giftig ist. Dr. Höfer schätzt die Gefahr dennoch recht gering ein. Die Chilenische Einsiedlerspinne gilt in der Regel als menschenscheu, nachtaktiv und nicht aggressiv. Sollte sie dennoch zubeißen, kann es sein, dass sie Gift absondert. In diesem Fall ist umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen. In seltenen und extremen Fällen kann es zu Gewebeschäden, sogenannten Nekrosen, kommen. Allerdings gebe es wenige belastbare Studien dazu.
In Abstimmung mit dem Experten aus Karlsruhe gehe man jetzt mit Klebefallen gegen die Spinnen vor. Der erste Fund in Helsinki sei vor rund 60 Jahren dokumentiert worden und bislang habe sich dort noch kein einziger gefährlicher Vorfall ereignet. Überdies sei es unwahrscheinlich, dass die Spinnen ihr Wahlhabitat verlassen und sich mutwillig weiter ausbreiten. Auffällig ist in jedem Fall, dass sich die Tiere offenbar gern an Universitäten aufhalten. Auch die in Helsinki lebende Population haust in einem Museumsgebäude auf dem Uni-Gelände. Ebenso leben einige Artgenossen an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Universität Tübingen)














