Grippe-Saison startet – über eine Million Risikokinder ungeschützt

Ein Arzt gibt einem Kind eine Spritze in den Oberarm. Die Aufnahme zeigt die Spritze, die die Hände des Doktors halten. Das T-Shirt vom Kind ist hochgekrempelt, sodass die Impfung in den Arm gehen kann.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Jetzt wächst die Sorge um gefährdete Gruppen. Die Grippe-Saison startet, doch über eine Million Risikokinder sind ungeschützt. Daher müssen Aufklärung und schnelle Schutzmaßnahmen jetzt Priorität bekommen.

Mit dem Start der Grippe-Saison wächst auch die Angst um gefährdete Gruppen. Denn derzeit sind über eine Million Risikokinder ungeschützt und damit dem Grippevirus hilflos ausgesetzt. Um den Schutz zu erhöhen, ist nun eine gezielte Aufklärung zu leisten.

Vorsichtsmaßnahmen sind jetzt wichtig

Die Grippe, die auch Influenza genannt wird, ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Atemwege betrifft und deshalb besonders in den kalten Monaten häufig auftritt. Sie wird durch Viren verursacht und kann übertragen werden, wenn infizierte Menschen beispielsweise husten, niesen oder sprechen. Obwohl eine Grippe oft plötzlich beginnt und zu Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie starker Müdigkeit führt, verläuft sie bei gesunden Menschen meistens ohne schwere Folgen. Dennoch können insbesondere junge oder ältere Menschen oder auch Personen mit Vorerkrankungen stärker gefährdet sein, weshalb Vorsichtsmaßnahmen wichtig sind. Trotz des bevorstehenden Starts der Grippe-Saison sind über eine Million Risikokinder ungeschützt.

Verständliche Aufklärung und frühzeitige Beratung

Gerade für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen kann die Grippe besonders gefährlich werden, weil sie häufiger schwere Krankheitsverläufe entwickeln. In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Minderjährige mit solchen gesundheitlichen Risiken, jedoch erhalten jährlich nur ungefähr zehn Prozent von ihnen eine Grippeimpfung. Deshalb bleibt bei rund 1,1 Millionen Kindern und Jugendlichen der Impfschutz aus. Das Robert Koch-Institut und die Ständige Impfkommission untersuchten dafür Abrechnungsdaten aus elf Grippesaisons zwischen 2014/2015 und 2024/2025. Dabei zeigte sich, dass die Impfquote während der Corona-Pandemie vorübergehend auf 24 Prozent stieg, anschließend jedoch wieder deutlich sank.

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Besonders gefährdet sind unter anderem Kinder mit Erkrankungen der Atemwege, des Herzens oder des Stoffwechsels sowie mit Adipositas oder einer Immunschwäche. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission für diese Kinder ab sechs Monaten eine jährliche Grippeimpfung, die möglichst im Herbst erfolgen sollte. Außerdem können Impfungen schwere Verläufe verhindern, sodass Krankenhausaufenthalte und Komplikationen seltener auftreten. Dennoch erreichen die bisherigen Impfangebote viele Familien nicht, weil Informationen fehlen und organisatorische Hindernisse bestehen. Daher bleiben eine verständliche Aufklärung, gut erreichbare Impfangebote und eine frühzeitige Beratung wichtig, damit gefährdete Kinder und Jugendliche einen besseren Schutz vor der Grippe haben.

(Quellen: RKI, STIKO)