Große Hotelkette insolvent – Erste Häuser schließen nun dauerhaft

Der Blick in ein Hotelzimmer. Ein Kaffeekocher mit einigen Kaffeebechern und Haribo liegen für die Gäste bereit. Auch einige Kaffeekapseln und Teebeutel sind zurechtgelegt.
Symbolbild © imago/Rüdiger Wölk

Eine große Hotelkette ist insolvent und erste Häuser schließen nun dauerhaft. Für viele Kunden ist das ein Schock. Denn die Hotelkette ist bei vielen von ihnen sehr beliebt.

Die europäische Hotellerie erlebt derzeit einen dramatischen Einschnitt, denn eine große Hotelkette ist insolvent. Erste Häuser schließen nun dauerhaft.

Insolvenz: Nun muss man schließen

Einer der größten Hotelbetreiber in ganz Europa ist zahlungsunfähig und musste im Januar dieses Jahres Insolvenz anmelden. Die Folgen sind sowohl für die Beschäftigten als auch für Gäste und die Branche insgesamt verheerend. Die in Berlin ansässige Revo Hospitality Group – bis 2025 bekannt als HR Group – ist insolvent. Das Unternehmen betreibt ein Netzwerk von rund 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern und etwa 135 Städten. Viele dieser Häuser laufen unter den Namen großer internationaler Marken wie Hilton, Accor, Wyndham, Steigenberger oder Marriott, werden aber operativ von Revo geführt.

Nach der Insolvenzanmeldung in Eigenverwaltung beim Amtsgericht sollte der Betrieb zunächst wie gewohnt weiterlaufen. Es sind etwa 125 Hotels mit rund 5.500 Beschäftigten davon betroffen. Die Löhne der Mitarbeiter wollte man zunächst über das Insolvenzgeld bezahlen. Doch mittlerweile ist klar: Ganz ohne Folgen ist die Insolvenz nicht. Denn nun schließen erste Häuser dauerhaft. Davon betroffen ist das Aedenlife Hotel & Resort Rügen auf der Insel Rügen. Dort nimmt man keine neuen Buchungen mehr an. Auch das Mövenpick Hotel Frankfurt City hat den Betrieb eingestellt. Die letzten Gäste sind mittlerweile abgereist, und der Hotelbetrieb ist mit sofortiger Wirkung eingestellt worden.

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Dauerhafte Schließung ist unabwendbar

Der eigentliche Plan war, dass alle Hotels trotz Insolvenz geöffnet bleiben. Doch das konnte man nicht für alle Gesellschaften umsetzen. Erste Häuser mussten nun schließen, und für mindestens vier Konzerngesellschaften hat man das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet. Zudem hat man einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Krise der Revo Hospitality Group ist dabei kein Zufall, sondern ein Zeichen der großen Probleme, die die Hotelbranche derzeit hat. Immer wieder müssen Häuser schließen, denn die gestiegenen Kosten für Energie, Personal, Mieten und Co. steigen ständig.

Hinzu kommt im Fall von Revo, dass die Gruppe seit 2020 ein rasantes Wachstum von etwa 50 auf 250 Hotels angestrebt hat. Das führte zu Doppelstrukturen, Integrationsproblemen und hohen Fixkosten. Wie es in den kommenden Wochen weitergeht und ob nach den ersten Häusern weitere schließen müssen, wird sich zeigen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)