Große Kindergeld-Wende: Regierung will entscheidende Änderung

Eine Fotomontage von einer jungen Mutter mit zwei Kindern, die auf einer Straße spazieren gehen. Vor ihnen befindet sich ein Schild, auf dem "Kindergeld" steht. Mehrere Geldscheine wehen in der Luft.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Deutschland ist ein Sozialstaat mit unterschiedlichsten Hilfsleistungen für seine Bürger. Nun kommt für das Kindergeld eine entscheidende Änderung und gar eine große Wende, die die Regierung plant.

Viele Familien mit Kindern kommen in Deutschland gerade so über die Runden. Nun plant die Regierung eine große Kindergeld-Wende mit entscheidenden Änderungen, die die Situation von Tausenden verbessern soll. Eine Sache dabei soll vor allem die Auszahlung verändern.

Wenn Bürokratie Familien mehr belastet als klamme Kassen

Das Leben mit einem Neugeborenen ist geprägt von vielen neuen Eindrücken und routinemäßigen Aufgaben. In Deutschland gehört dazu bislang auch ein formeller Antrag auf Kindergeld, den Eltern nach der Geburt stellen müssen. Dieses staatliche Unterstützungs­geld ist Teil des Familienleistungsausgleichs und wird monatlich unabhängig vom Einkommen gezahlt, derzeit mit 259 Euro pro Kind. Eltern müssen heute nach der Geburt zunächst das Kind beim Standesamt anmelden und anschließend separat Formulare bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit einreichen.

Dieser doppelte Schritt sorgt oft für Verzögerungen, besonders wenn Familien in den ersten Wochen viel mit der Versorgung ihres Kindes beschäftigt sind. Zudem liegt bereits seit Jahren Kritik von Familienverbänden vor, dass komplexe Antragsformen und unklare Abläufe zu verspäteten Zahlungen führen.

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Große Kindergeld-Änderung ab 2027: Enorme Erleichterung für Eltern soll kommen

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die automatische Auszahlung von Kindergeld vorsieht. Demnach übermittelt sich künftig beim Standesamt die Anmeldung eines Neugeborenen automatisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Dieses informiert dann die Familienkasse. So könnte der gesamte Antragsprozess entfallen. Vorausgesetzt, die Daten zur Kontoverbindung der Eltern liegen vor.

Wenn beide Elternteile ihre IBAN bekannt gegeben haben, übermittelt das Amt das Kindergeld initial an die Mutter. Eine Zuordnung, die nachträglich änderbar ist, falls gewünscht. Wer bereits heute seine Bankverbindung über das Steuerportal wie ELSTER hinterlegt, schafft beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf. Die Einführung erfolgt gestaffelt. In einer ersten Phase ab voraussichtlich März 2027 erhalten Familien mit bereits vorhandenen Kindern das Kindergeld für weitere Neugeborene automatisch. In einer zweiten Phase ab November 2027 will man diese Regelung auf Eltern mit ihrem ersten Kind erweitern. Sofern bestimmte Wohn- und Beschäftigungsbedingungen erfüllt sind. Familien im Ausland, die in Deutschland steuerpflichtig sind oder Eltern mit komplexeren Lebenssituationen werden jedoch weiterhin aktiv Formulare ausfüllen müssen.

(Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesregierung, dpa)