
Der Chemieriese BASF verlegt Stellen aus Deutschland ins Ausland. Dies sei aufgrund des hohen Kostendrucks absolut notwendig, so der Konzern. Gewerkschaft und Mitarbeiter kündigen bereits massive Proteste an.
Eine besonders bittere Pille mussten die Angestellten des weltweit agierenden Chemieriesen erfahren. Die BASF will Stellen ins Ausland verlegen. Damit stößt der Konzern auf massiven Widerstand.
Schon in der Vergangenheit ein Thema: „Haben viel geopfert“
Was vor fast zwei Jahrzehnten schon einmal Thema war, keimt nun wieder auf. Damals wollte der Chemieriese BASF bereits Stellen ins Ausland verlagern. Die Mitarbeiter am Standort Berlin haben 2005 erhebliche Lohnkürzungen und längere Arbeitszeiten in Kauf genommen, um genau das zu verhindern. Damals, so erinnert sich die Gewerkschaft, hat der Konzern aufgrund der Kompromissbereitschaft der Mitarbeiter quasi eine Standortgarantie gegeben. Die Angestellten nehmen dafür bis heute in Kauf, dass sie weniger Gehalt bekommen als in der Chemiebranche eigentlich üblich ist. Dass die ganzen Opfer nun umsonst gewesen sein sollen, sehen weder die Gewerkschaft noch die Mitarbeiter selbst ein. Sie kündigen bereits massiven Widerstand an.
BASF verlegt Stellen ins Ausland: Diese Jobs soll es treffen
Aufgrund der gesunkenen Umsätze und der gestiegenen Kosten sieht sich der Chemiekonzern nun in der Position, massive Einsparungen treffen zu müssen. Hat es bislang eher Stellen aus der Produktion getroffen, müssen nun andere Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. BASF sieht nämlich vor, dass Stellen im Bereich des Finanz- und Personalwesens nach Indien ausgelagert werden sollen. Eine Bündelung der Bereiche mit Lieferkettenbezug soll in Malaysia stattfinden.
Von diesen Plänen zeigen sich die Betroffenen jedoch nicht begeistert. Am Prenzlauer Berg in Berlin, einem Standort der betroffenen Stellen, gab es bereits Proteste. Unter den Demonstranten befand sich auch Berlins Bürgermeister Kai Wegner. Man habe in der Vergangenheit gezeigt, dass man stets flexibel und im Sinne von BASF gehandelt habe. Der Standort habe sich als wirtschaftlich erwiesen. Deshalb sieht auch der Politiker ein großes Problem darin, dass wichtige Stellen ins Ausland verlagert werden sollen. Wie viele Stellen dies betrifft, hat das Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, BASF, IGBCE)














