Große Krise: Deutschland fehlen bald 4,3 Millionen Arbeitskräfte

Ein Techniker arbeitet in einer Bosch-Fabrik an einer komplexen Maschine. Im Hintergrund erkennt man eine helle, gut beleuchtete Werkhalle mit vielen Metallstrukturen und Leitungen an der Decke.
Symbolbild © istockphoto/Xinhua

Eine neue Auswertung belegt das schockierende Ausmaß: Deutschland könnten in Zukunft 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Schon jetzt kämpft das Land mit Problemen am Arbeitsmarkt und einer schwächelnden Wirtschaft. Die Lage wird sich offenbar deutlich verschärfen.

In vielen Branchen fehlt ausgebildetes Personal. Dabei bleibt es wohl nicht: In Zukunft könnte sich die Lücke weiter vergrößern, wie eine aktuelle Analyse nun zeigt.

Lage am deutschen Arbeitsmarkt verschärft sich

Ob in der Pflege, im Handwerk oder in der Bildung ‒ Deutschland mangelt es schon heute an Fachkräften in verschiedenen Bereichen. Analysen zeigen, dass sich die Lage nun weiter verschärfen dürfte. Eine Arbeitskraftlücke hatten Experten für das Land bereits vorausgesagt. Dass sie wohl größer werden könnte als bislang angenommen, zeigen nun neue Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ein wesentlicher Grund ist die demografische Entwicklung. Ältere Arbeitnehmergenerationen scheiden aus dem Markt aus.

Weil die Bevölkerung immer älter wird und weniger junge Menschen nachrücken, entsteht ein Ungleichgewicht. Das zeigt sich allerdings nicht nur am Arbeitsmarkt: Auch die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen stoßen an ihre Grenzen. Dass die Bevölkerungszahl rückläufig ist, führen Experten unter anderem auf die sinkende Attraktivität Deutschlands als Zuwanderungsland für Arbeitskräfte zurück. Die Wirtschaft schwächelt ‒ und das führt zu Herausforderungen.

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Experten rechnen mit Defizit von 4,3 Millionen Arbeitskräften

Wie das IW berechnet hat, könnte Deutschland bis 2036 Millionen Arbeitskräfte zu wenig haben. Das Defizit soll sich demnach auf 4,3 Millionen belaufen. Im Vergleich zur vorherigen Analyse der Fachleute ist das eine besorgniserregende Zunahme, denn bislang wurde ein kleineres Defizit angenommen. Mit ihrer Fachkräftestrategie will die Regierung das Problem angehen. Sie wurde bereits vor einigen Jahren beschlossen und sieht zum Beispiel die Verbesserung der Arbeitskultur und gezielte Weiterbildungen vor.

Langwierige Behördenprozesse, etwa bei ausländischen Arbeitskräften, führen in der Praxis jedoch regelmäßig zu Herausforderungen. Trotz der aktuellen Prognosen ist zudem klar: Wie sich die Bevölkerungszahl und der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren tatsächlich entwickeln, lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen. Deshalb bleibt der Verlauf abzuwarten.

(Quellen: Institut der deutschen Wirtschaft, dpa)